Peru: SOS-Kinderdörfer stehen unter Wasser

20/03/2017 – Erdrutsche, Schlammlawinen, Überschwemmungen – die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño im Andenstaat Peru haben Einrichtungen von SOS-Kinderdorf hart getroffen.
Überschwemmtes SOS-Kinderdorf in Peru: Durch die heftigen Regenfälle wurden Familienhäuser schwer beschädigt, Wohnungen überflutet, sogar Wände sind vom Einsturz bedroht.

SOS-Mitarbeitende berichten von überschwemmten Häusern und dem Mangel an Trinkwasser. Familien stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Alle Menschen in SOS-Einrichtungen und -Kinderdörfern konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden und sind unverletzt geblieben.


«Es ist eine dramatische Situation», sagt Fiorella Ponte, Mitarbeiterin von SOS-Kinderdorf Peru. In den SOS-Kinderdörfern Esperanza und Río Hondo, beide im Distrikt Chosica nahe der Hauptstadt Lima, wurden durch die heftigen Regenfälle Dächer der Familienhäuser schwer beschädigt, Wohnungen überflutet, sogar Wände sind vom Einsturz bedroht. Im SOS-Kinderdorf in Arequipa, der zweitgrössten Stadt des Landes, ist die Wasserversorgung kollabiert, der Schulunterricht für die Kinder fällt aus. Und in Lambayeque im Norden des Landes wurden Menschen, die von der Hilfsorganisation unterstützt werden, von den Fluten eingeschlossen. Einige warten immer noch auf Hilfe.

Besonders schlimm betroffen seien Familien, die von der Hilfsorganisation ausserhalb der SOS-Kinderdörfer betreut werden, so Ponte weiter: «Diese Menschen haben teilweise alles verloren, ihre Häuser, ihr Hab und Gut, sie stehen vor den Trümmern ihrer Existenz», sagt Ponte.

Bei den schweren Unwettern in Peru sind seit Jahresbeginn mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen, Zehntausende haben ihre Häuser verloren, Millionen fürchten um ihre Trinkwasserversorgung. In rund der Hälfte des Landes gilt der Notstand. Die gute Nachricht: Die Regierung stellt ein grosses Hilfsprogramm für den Wiederaufbau in Aussicht. Doch die Menschen seien weiterhin besorgt, sagt Ponte – denn weniger Regenfälle sind für die kommenden Wochen nicht in Sicht.