Venezuela: SOS-Kinderdorf warnt vor Kollaps des Gesundheitssystems

12/04/2017 - Keine Medikamente, kein Verbandsmaterial, keine Desinfektionsmittel: Während auf den Strassen von Caracas die politische Krise eskaliert, sterben in den Krankenhäusern der venezolanischen Hauptstadt Kinder.
Die medizinische Versorgung der Kinder in Venezuela ist nicht mehr gewährleistet. Foto: Toni Keppeler

Schon jetzt ist die Kindersterblichkeit mit Abstand die höchste in der Region. Angesichts dieser dramatischen Situation warnt SOS-Kinderdorf vor einem Kollaps des Gesundheitssystems.


Der Zustand der Krankenhäuser in Venezuela ist katastrophal, und die medizinische Versorgung von Kindern ist nicht mehr gewährleistet. Es fehlt an allem. Nicht einmal Latexhandschuhe gibt es, um die Wunden der Patienten steril zu behandeln. Arzneimittel sind nicht zu bekommen, Operationssäle unbrauchbar geworden. Viele Ärzte sind nicht mehr da, weil sie das Land verlassen haben. Es darf nicht sein, dass Kinder sterben, weil sie ohne medizinische Versorgung bleiben.

Venezuela befindet sich in einem Notstand. Die Wirtschaft in dem Staat, der eines der reichsten Ölvorkommen auf der ganzen Welt besitzt, kollabiert. Weil wegen des niedrigen Ölpreises kaum Devisen zur Verfügung stehen, fehlt es an Lebensmitteln, Dingen des täglichen Bedarfs und inzwischen auch an lebensrettenden Medikamenten.