Weihnachten im SOS-Kinderdorf

In diesen Tagen wird auch in vielen SOS-Kinderdörfern auf der ganzen Welt Weihnachten gefeiert. Wir haben Kinder in unseren SOS-Kinderdörfern gefragt, worauf sie sich an Weihnachten am meisten freuen.

Nicolás hat seine Krone aus Karton selbst gebastelt.

Einmal im Leben König sein


Nicolás (6) schwärmt vom Krippenspiel im SOS-Sozialzentrum Ipiales in Kolumbien.

«Zum ersten Mal darf ich in einem Krippenspiel mitmachen. Ich spiele einen König und mein Freund Jordano, den ich im Sozialzentrum kennengelernt habe, spielt den Joseph, den Papa von Jesus.
Mein Papa ist fortgegangen, ich wohne mit meiner Mama zusammen. Sie hat mir einen schönen blauen Umhang genäht. Wie für einen richtigen König. Die Krone habe ich selbst gebastelt, Tante Inés aus dem Sozialzentrum hat mir dabei geholfen. Dazu haben wir eine Kartonschachtel genommen, die Zacken ausgeschnitten und ganz gelb angemalt. Ich sehe aus wie ein richtiger König, hat meine Mama gesagt. Sie war sehr stolz auf mich, dass ich beim Krippenspiel mitspielen durfte. Wir sangen schöne Lieder und am Schluss bekamen alle Kinder ein Geschenk. Ich habe Weihnachten sehr gern.»

 


Selbstgemachte Maroni von Mama



In den letzten Tagen vor Weihnachten ist der 7-jährige Dzemo aus Mazedonien fleissig am Zeichnen und Basteln.
Zuhause bei Dzemo (7) aus Skopje in Mazedonien bringt der Nikolaus die Weihnachtsgeschenke.

«Hoffentlich bringt er mir dieses Jahr einen CD-Player! Ich liebe Musik und Kinderhörspiele.
Und natürlich bringt er auch viele Süssigkeiten. Am liebsten mag ich Maroni. Die macht unsere Mama selbst. Dann ist es schön warm in der Küche und ich liebe den Duft, der aus dem Ofen kommt. Schon ein paar Tage vor Heiligabend basteln wir Christbaumschmuck und dekorieren den Baum mit Ballons und hängen Lampions auf. Die geben ein warmes Licht, das ist sehr gemütlich. Zum Abendessen macht unsere Mutter Sarma, Krautwickel. Die essen wir gemeinsam vor der Bescherung.»

Der Weihnachtsmann kommt erst um Mitternacht


Diese Jahr will Anna wachbleiben, damit sie den Besuch des Weihnachtsmanns nicht verpasst.

Anna (10) aus Peru feiert mit allen 12 Familien, die mit ihr im SOS-Kinderdorf Lima leben.

«Unser Weihnachtsfest ist verrückt. Alle 12 Kinderdorffamilien feiern, in jedem Haus gibt es ein eigenes, grosses Fest und alle besuchen sich gegenseitig. Zum Essen bin ich aber immer in unserem Haus. Meine Mutter kocht nämlich am besten. Es gibt gebratenen Truthahn, Weihnachtsreis mit speziellen Gewürzen und glasierten Kartoffeln. Und als Nachspeise Schokolade und Panetone. Das ist ein Kuchen, den es nur zu Weihnachten gibt. Nur die Zeit bis zur Bescherung dauert so lange: Bei uns kommt der Weihnachtsmann erst um Mitternacht. Als ich klein war bin ich oft vorher eingeschlafen. Aber dieses Jahr bleibe ich wach!»

Das Weihnachtsbaum-Fest auf dem Dorfplatz


Auch der Weihnachtsmann darf beim Fest auf dem Dorfplatz nicht fehlen.

 

Für Marie Thérèse (9) aus Mbalmayo in Kamerun beginnt das Weihnachtsfest bereits mit den Theater- und Liederproben fürs grosse Fest.

«Weihnachten beginnt bei uns eigentlich schon Wochen vorher: Wir proben Theaterstücke oder Lieder für den Chor. Alle Kinder feiern dann gemeinsam beim Weihnachtsbaum-Fest auf dem Dorfplatz und führen das, was sie geprobt haben auf. Dann bekommt jeder ein kleines Geschenk. Ich habe letztes Jahr eine Puppe bekommen, die ich mir schon lange gewünscht habe. Ich habe sie Danie genannt. Jede Kinderdorf-Mama bereitet Köstlichkeiten für das Fest: Hühnchen, Fisch, Cassava-Sticks (schmecken wie Pommes, nur dass man Maniok-Wurzeln frittiert und keine Kartoffeln) und Kuchen. Plätzchen, Popcorn, Kroketten und Fruchtsäfte, die wir selbst aus den Früchten machen, die bei uns im Dorf wachsen. Danach gehe ich immer früh ins Bett – weil ich einfach zu viel esse!»