Ngonis Traum wird wahr

Ngonis Zähne blitzen, wenn er von seinem Traumberuf Informatiker schwärmt. Der 19-Jährige studiert im ersten Jahr Informatik an der Universität in Bulawayo in Zimbabwe. Trotz unüberwindbar scheinenden Schwierigkeiten hat er das geschafft.

Das Notizbuch ist immer mit dabei: der begabte 19-jährige Ngoni und sein kleiner Bruder.
Ngonis Zähne blitzen, wenn er von seinem Traumberuf Informatiker schwärmt. Der 19-Jährige studiert im ersten Jahr Informatik an der Universität in Bulawayo in Zimbabwe. Trotz unüberwindbar scheinenden Schwierigkeiten hat er das geschafft. Das verarmte Mzilikazi ist ein Stadtteil von Bulawayo, der zweitgrössten Stadt Simbabwes. Düstere wirtschaftliche Aussichten, Arbeitslosigkeit und Armut prägen die Lebenssituation der Menschen. Hier wächst Ngoni auf, in einem kleinen Haus mit zwei Zimmern drängt sich die siebenköpfige Familie. Früh zeigt sich, dass Ngoni ein blitzgescheiter Kopf ist, es wird ihm sogar ein Platz an einer renommierten Privatschule angeboten. Doch das kann sich die arme Familie unmöglich leisten.

Ngoni kommt in die öffentliche Schule mit nur rudimentärem Lehrplan. Sogar für diese Schule kann die Familie kaum das Geld aufbringen. Die Familienstruktur bricht zusammen, als die alleinerziehende Mutter an Aids erkrankt. Einzig die Grossmutter vermittelt den Kindern noch Stabilität und Halt. Ngoni ist da zwölf Jahre alt.

Khosi Mpofu, der Sozialarbeiter von SOS-Kinderdorf, besucht Ngonis Familie in dieser Zeit zum ersten Mal und erinnert sich: «Ngoni war ein bemerkenswert intelligenter Junge, den es unbedingt zu fördern galt. Doch wir mussten zuerst das Leben der schwer kranken Mutter retten und die Grossmutter finanziell unterstützen. Damit stellten wir sicher, dass die Kinder nicht verwahrlosten.»

SOS-Kinderdorf macht es möglich, dass der begabte Ngoni für die letzten zwei Schuljahre doch noch die Privatschule besuchen kann. Dort holt er den verpassten Schulstoff nach und erarbeitet sich, dank seinem starken Lernwillen, den begehrten Studienplatz als Informatiker.

Damit allein sind die Schwierigkeiten nicht ausgeräumt. Ob sich Ngoni morgen den Bus zur zehn Kilometer entfernten Universität oder die Studiengebühr fürs nächste Semester leisten kann, weiss er jetzt noch nicht. Aber das kann einen positiv denkenden jungen Mann wie Ngoni nicht entmutigen.

Ngoni gibt auch SOS-Kinderdorf etwas zurück. In seiner Freizeit unterrichtet er die Kinder der von SOS-Kinderdorf unterstützten armen Familien. Auch bringt er sein Wissen zurück in seine frühere, öffentliche Schule: Er setzt sich dafür ein, dass Mathematik und naturwissenschaftliche Fächer in den Lehrplan aufgenommen werden. Damit schaffen es mehr Kinder aus armen Verhältnissen, einen Beruf zu erlernen. Auch bei sich zu Hause ist Ngoni ein Vorbild: «Als Ältester kann ich meinen jüngeren Geschwistern zeigen, dass sie etwas verändern können.»