Naturkatastrophen, Konflikte und eine prekäre Gesundheitslage

Das SOS-Kinderdorf Harar ist seit über 30 Jahren in Betrieb. Die Jahre haben ihre Spuren hinterlassen und die Anzahl der Waisenkinder nimmt stetig zu. Aus diesem Grund wird der Standort Harar durch die Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz nun renoviert und erweitert.


Äthiopien ist das Land mit der zweitgrössten Bevölkerungsdichte auf dem afrikanischen Kontinent. Aufgrund seiner strategisch wichtigen geographischen Lage wurde das südlich der Sahara gelegene Land als wichtiger regionaler Verbündeter der Vereinigten Staaten angesehen.


Die Wirtschaft Äthiopiens basiert hauptsächlich auf der Landwirtschaft, die wiederum auf ausreichende Niederschläge angewiesen ist. Das Land leidet an einer negativen Handelsbilanz; das Volumen der Importe ist circa dreimal so hoch wie die Gesamtmenge an Exporten. Kaffeebohnen sind nach wie vor der wichtigste Exportartikel Äthiopiens. Das Land leidet unter einem sogenannten "Brain Drain" - viele ausgebildete Fachkräfte, die an äthiopischen Universitäten studiert haben, verlassen das Land auf der Suche nach einem besseren Leben im Westen. Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Landes in den letzten Jahren zählt Äthiopien mit seinen 83 Millionen Einwohnern nach wie vor zu den ärmsten Ländern Afrikas.
 

Äthiopien zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf beträgt circa 1:135 im Vergleich zum BIP der Vereinigten Staaten. Häufig wiederkehrende Dürren und Hungersnöte, ein langjähriger Bürgerkrieg und ein Grenzkonflikt mit dem benachbarten Eritrea haben ihren Tribut gefordert. Nur ein Sechstel der Bevölkerung ist erwerbstätig; das bedeutet, dass die grosse Mehrheit der Äthiopier kein geregeltes Einkommen hat. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt in Äthiopien lediglich 54 Jahre. Obwohl in jüngster Zeit einige Fortschritte im Bereich der Alphabetisierung erzielt worden sind, sind nach wie vor fast zwei Drittel der Bevölkerung des Landes Analphabeten. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt, und 39 Prozent aller Menschen leben von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag. In den ländlichen Regionen ist die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, besonders hoch. Die Gesundheitslage des Landes ist äusserst prekär - laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommen in Äthiopien nur drei Ärzte auf 100'000 Einwohner. Diese Rate ist eine der niedrigsten in ganz Afrika. Nur ein Drittel der Menschen hat regelmässigen Zugang zu Trinkwasser, und die Versorgung mit sanitären Einrichtungen ist äusserst begrenzt. Äthiopien wird häufig von Dürren heimgesucht, wodurch immer wieder Millionen von Menschen vom Hungertod bedroht sind. Auf dem Human Development Index (HDI) steht Äthiopien weit unter dem schwarzafrikanischen Durchschnitt.

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