Grosse Aids und HIV-Problematik

Mehr als jedes andere Land in der Region leidet das Königreich Lesotho an der HIV/AIDS-Epidemie. Nahezu 130 000 Kinder haben ihre Eltern an der Krankheit verloren und sind besonders auf Schutz und Hilfe angewiesen. SOS-Kinderdorf setzt sich in Lesotho seit den 80er Jahren für die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Not ein.

Das Königreich Lesotho ist eine Enklave, die von der Republik Südafrika eingeschlossen wird. Topographisch gesehen besteht ein Grossteil des Landes aus gebirgigem Hochland. Die Gesamtbevölkerung von Lesotho beläuft sich auf 1,9 Millionen Menschen, von denen 220‘000 in der Landeshauptstadt Maseru leben.

Lesotho leidet an einem verhältnismässig hohen Armutsniveau - fast die Hälfte der Bevölkerung lebt laut UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) in Armut. Obwohl das Pro-Kopf-BIP höher als in vielen anderen afrikanischen Staaten ist, bleibt die ungleiche Verteilung der Einkommen nach wie vor ein grosses Problem. Ein Grossteil der Güter des Landes ist in den Händen einer kleinen Minderheit konzentriert.

Darüber hinaus ist das Land in seinem Ranking auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen (HDI) in den letzten Jahren kontinuierlich gefallen. Der drastische Rückgang der Geldsendungen von Lesothern, die in Südafrika leben, hat Tausende von Bewohnern der ländlichen Regionen in noch grössere Armut gestürzt. Die meisten der im Ausland beschäftigten Lesother waren im Bergbau tätig. Aufgrund des sinkenden Bedarfs an Minenarbeitern kehrten viele arbeitslos gewordene Lesother in ihre Heimat zurück. Dadurch sank der Anteil der Geldsendungen von 60 Prozent des BIP in den 80er Jahren bis zum Jahr 2005 auf etwa 20 Prozent.

Die Armut ist vor allem in den ländlichen, ariden Gebieten Lesothos weit verbreitet, in denen etwa 70 Prozent der Bewohner des Landes leben. Die Landwirtschaft ist für mehr als die Hälfte der Landbevölkerung Lesothos die Haupteinnahmequelle; in diesem Sektor werden ca. 17 Prozent des BIP erwirtschaftet. Vor allem Frauen und frauengeführte Haushalte leiden am hohen Armutsniveau. 15 Prozent der Lesother sind unterernährt, da sich eine Versorgung mit regelmässigen Mahlzeiten für sie sehr schwierig gestaltet. Auch der Mangel an Trinkwasser stellt in den ländlichen Regionen Lesothos ein grosses Problem dar - ca. 20 Prozent der Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Aufgrund der schlechten Hygiene und dem Mangel an Trinkwasser können sich Infektionskrankheiten leicht ausbreiten.

Hohe HIV/Aids-Prävalenzrate stellt das grösste Problem der Gesundheitsfürsorge dar


Lesotho weist eine der weltweit höchsten HIV/Aids-Prävalenzraten auf, wodurch diese Krankheit zum grössten Problem der öffentlichen Gesundheit geworden ist. 23,6 der Lesother sind mit dem Virus infiziert; darunter sind 28‘000 Kinder. Seit dem Jahr 2007 ist die Gesamtzahl der Infektionen um weitere 0,4 Prozent gestiegen. Da die Krankheit meist Menschen auf dem Höhepunkt ihrer Erwerbstätigkeit trifft, ist HIV/AIDS im heutigen Lesotho auch zu einem wirtschaftlichen Problem geworden.
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