Funkelnde Diamanten und erdrückende Armut

Die Zentralafrikanische Republik zählt zu den ärmsten Ländern in Afrika. Zehntausende hilfsbedürftiger Kinder haben keinen Zugang zur Grundversorgung. Viele von ihnen sind durch Aids oder den Bürgerkrieg zu Waisen geworden. SOS-Kinderdorf bietet Kindern in der Zentralafrikanischen Republik an zwei Standorten Schutz und Unterstützung.

Die Zentralafrikanische Republik ist eines der ärmsten Länder in Afrika. Das Pro-Kopf-Einkommen beträgt lediglich 750 US-Dollar pro Jahr. Das Land ist in hohem Masse auf ausländische Hilfe und die Unterstützung vieler Nichtregierungsorganisationen angewiesen. Die Zentralafrikanische Republik steht auf Platz 179 (von 187) des Human Development Index der Vereinten Nationen; das bedeutet, dass nur eine Handvoll anderer Staaten in Bezug auf Gesundheit, Bildung, öffentlicher Infrastruktur und einer Reihe weiterer Indikatoren der menschlichen Entwicklung noch schlechter gestellt sind.

Erwachsene haben durchschnittlich lediglich dreieinhalb Jahre lang eine Schule besucht. Zehntausende zentralafrikanische Kinder gehen überhaupt nicht zur Schule. Fünf von zehn Bewohnern Zentralafrikas können weder lesen noch schreiben. Ca. 90 Prozent der Landesbevölkerung lebt in erdrückender Armut ohne ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln, sanitären Einrichtungen oder menschenwürdigen Behausungen. In den ländlichen Regionen gibt es häufig keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, wodurch eine Reihe von Krankheiten verursacht wird. Ca. 40 Prozent der Menschen können nur mit Mühe ihren täglichen Mindestbedarf an Kalorien abdecken, da es ihnen an regelmässigen Mahlzeiten fehlt.

HIV/AIDS stellt nach wie vor eines der grössten Gesundheitsprobleme des Landes dar. Die HIV-Prävalenzrate ist mit 4,7 Prozent sehr hoch. Seit den frühen 90er Jahren steigt die Zahl der Menschen, die mit HIV infiziert sind, stetig an. Nichtsdestotrotz haben heutzutage mehr Menschen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten als je zuvor. Aufgrund der andauernden Gewalt im Land sind Tausende von Zentralafrikanern zu Binnenflüchtlingen geworden. Erschwerend kommt hinzu, dass Konflikte in den Nachbarstaaten über die Landesgrenzen hinaus die lokale Bevölkerung in Mitleidenschaft ziehen.