SOS-Kinderdörfer in Kolumbien

Die Arbeit von SOS-Kinderdorf in Kolumbien begann im Jahr 1971. Das erste Kinderdorf wurde in der Hauptstadt Bogotá eröffnet. Derzeit unterstützt SOS-Kinderdorf Kinder sowohl in SOS-Familien als auch in ihren leiblichen Familien im Rahmen von landesweit sieben SOS-Kinderdörfern und weiteren Einrichtungen und Programmen.

Ein nach jahrzehntelangen Konflikten zerrüttetes Land



Eine SOS-Familie in traditioneller Kleidung (Foto: SOS-Archiv)

Die Republik Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas. Kolumbien ist das einzige Land in Südamerika, das sowohl Küstenstreifen am Karibischen als auch am Pazifischen Meer hat. Durch den Westen verlaufen die Anden, durch den Osten die "Llanos", Weide- und Buschland, und durch den Süden der Regenwald des Amazonas.

Mit ungefähr 47 Millionen Einwohnern hat das Land nach Mexiko und Spanien die weltweit drittgrößte spanischsprachige Bevölkerung.
In den letzten fünfzig Jahren war Kolumbien durch einen hartnäckigen und komplexen internen Konflikt geprägt, der viele Menschenleben gekostet und zur Vertreibung von Millionen von Kolumbianern geführt hat. Alle Bereiche der Gesellschaft sind davon betroffen. Eine ungleiche Landverteilung ist einer der Grundursachen für den Konflikt und die Vertreibungen in Kolumbien.



Spiel im Freien (Foto: B. Mair)

Kolumbiens 18 Millionen Kinder machen ungefähr 40 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes aus. Der bewaffnete Konflikt traf auch die schwächsten Glieder der Gesellschaft, die Kinder und Jugendlichen. Zurzeit sind ca. 11 000 Kindersoldaten aktiv am internen Konflikt in Kolumbien beteiligt. Nach der Rekrutierung waren sie häufig Opfer von Morden, Landminen, Verstümmelung, sexuellem Missbrauch und Entführung.

Kinder ohne elterliche Fürsorge sind daher anfällig für die Anwerbung durch Straßengangs, in denen Drogenmissbrauch und ein hoher Grad an Gewalt schnell zum Teil ihres täglichen Lebens werden. Ungefähr 10 Prozent aller Kinder zwischen 5 und 14 Jahren - vor allem kleine Jungen - werden zu Kinderarbeit in verschiedenen Bereichen gezwungen. Viele dieser jungen Kinder müssen arbeiten, um eine ganze Familie zu ernähren. Die Mehrzahl von ihnen besucht keine Schule.