SOS-Kinderdorf in Albanien

Trotz Einführung von Kinderschutzmaßnahmen ist Albanien für Kinder nach wie vor eines der gefährlichsten Länder in Europa. Kinder sind bereits von Geburt an gefährdet - Albanien hat eine hohe Sterblichkeitsrate - und dies setzt sich bis ins frühe Erwachsenenalter fort, da es für junge Menschen aufgrund fehlender Möglichkeiten sehr schwierig ist, unabhängig zu werden. unterstützende Beratung von Kindern, jungen Menschen und Familien in der Nähe der Hauptstadt Tirana.

Die Familien leiden aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und Armut


SOS-Kinderdorf bietet Kindern, die die elterliche Fürsorge verloren haben, ein liebevolles Zuhause (Foto: SOS-Archiv).

Rund 3,1 Mio. Menschen leben in Albanien. Die Hauptstadt Tirana zählt rund 420.000 Einwohner.

Seit 2014 ist Albanien Beitrittskandidat für die Europäische Union. In diesem Zusammenhang haben Veränderungen stattgefunden und das Leben mancher Familien hat sich verbessert. Dennoch lebt ein Viertel der Bevölkerung nach wie vor in Armut, Die ärmsten fünf Prozent kämpfen tagtäglich, um ihre Familien zu ernähren. Die Armut betrifft in erster Linie Frauen, junge Menschen und Menschen, die in entlegenen ländlichen Gebieten wohnen.

Die Albaner selbst sehen Arbeitslosigkeit und Korruption als die zwei größten Probleme, denen sie gegenüberstehen. Die Arbeitslosenrate ist mit 17,5 Prozent gleichbleibend hoch. Viele Menschen arbeiten im informellen Bereich. Bei diesen Jobs gibt es keine Sicherheit und keinen Schutz vor Ausbeutung. Auch Korruption spielt eine Rolle für die Familien, wenn sie mit Behörden zu tun haben. Oft müssen sie zusätzlich etwas bezahlen, um bessere oder schnellere medizinische Hilfe zu bekommen oder wenn sie ihre Kinder in die Schulen einschreiben.

Es herrscht Mangel an grundlegenden Dienstleistungen für die am meisten gefährdeten Menschen

Kinder sind aufgrund mangelnden Schutzes gefährdet 


Wir stellen sicher, dass Kinder in unserer Obhut Zugang zu Bildung haben – das reicht vom Kindergarten für die kleinen Kinder bis zur Berufsausbildung für Jugendliche (Foto: SOS-Archiv).

In Albanien leben geschätzte 857.000 Kinder unter 18 Jahren. Trotz einiger Verbesserungen muss für den Schutz von Kindern noch mehr getan werden. Kinder, die die elterliche Fürsorge verloren haben, sind stärker von Diskriminierung, Missbrauch und Ausbeutung bedroht.

Eine dieser Gefahren ist die Kinderarbeit: Laut UNICEF müssen ungefähr 12 Prozent der Kinder  im Alter von 5 – 14 Jahren Kinderarbeit leisten. Kinder aus Familien in ländlichen Gebieten sind am stärksten gefährdet. Die Quote der Kinderarbeit ist in ländlichen Gebieten viermal so hoch wie in den Städten. Die Kinder arbeiten in Fabriken, in der Landwirtschaft oder im Dienstleistungsbereich.

Der Großteil der Kinder verlässt die Schule nach der Grundschulausbildung.
Jeder dritte Jugendliche unter 24 Jahren hat keine Arbeit. Diejenigen, die arbeiten sind meist unterbezahlt. Aufgrund dieser Faktoren laufen sie Gefahr in die Hände von Menschenhändlern zu Fallen, die ihnen woanders gute Jobs und gute Löhne versprechen