SOS-Kinderdorf in Litauen

SOS-Kinderdorf nahm seine Tätigkeit in Litauen im Jahr 1991 auf, nachdem das Land seine Unabhängigkeit von der früheren UdSSR erklärt hatte. SOS-Kinderdorf kümmert sich seither um die veränderten Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Familien in Litauen und hat sein Tätigkeitsfeld angepasst, um gefährdete Kinder zu unterstützen.

Auf ihren Fahrrädern (Foto: SOS-Archiv)
Auf ihren Fahrrädern (Foto: SOS-Archiv)

Die Republik Litauen ist der südlichste und größte baltische Staat und hat eine Bevölkerung von 3,5 Millionen. Das Land grenzt im Norden an Lettland, im Osten und Südosten an Weißrussland, im Südwesten an Polen und Kaliningrad (eine russische Enklave) und im Westen an die Ostsee. Die Hauptstadt Vilnius hat ca. eine halbe Million Einwohner. Die meisten Bewohner sind Litauer, sechs Prozent sind Polen (die hauptsächlich im Großraum Vilnius leben) und fünf Prozent Russen.

Litauen wurde 1991 zu einem souveränen Staat, nachdem es seine Unabhängigkeit von der früheren UdSSR erklärt hatte.

Spiel im Freien (Foto: SOS-Archiv

 

Kinder unter 14 Jahren stellen 13,8 Prozent der Bevölkerung in Litauen dar. Die jüngsten sozialen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen haben die Situation für die Kinder im Land verschlechtert. Die in der litauischen Gesellschaft weit verbreitete Gewaltbereitschaft trifft auch die Kinder - Kinder werden oft in Betreuungseinrichtungen untergebracht, weil sie körperlich misshandelt wurden. Auch Arbeitslosigkeit und Armut haben einige Eltern dazu gezwungen, ihre Kinder in Betreuungsplätze zu geben. Alkoholmissbrauch ist in Litauen vor allem in ländlichen Regionen ein ernstes Problem.

Offiziellen litauischen Statistiken zufolge sind in Litauen 1,7 Prozent aller Kinder in Betreuungseinrichtungen untergebracht. Die Mehrzahl der Kinder ohne elterliche Fürsorge lebt in staatlichen Institutionen, in denen die Bedingungen alles andere als ideal sind - die Infrastrukturen sind veraltet, und es fehlt an qualifizierten Fachkräften für die Betreuung der Kinder.

Kinder in ländlichen Regionen sind besonders benachteiligt - es fehlt an Bildungseinrichtungen, es gibt weniger Angebote der Gesundheitsfürsorge und weniger Unterstützung für Familien, die Hilfe benötigen.