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10.02.2021 Aktuelles Alle Weltweit Starke Frauen bei SOS-Kinderdorf

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Zwischen dem 50. Jubiläum des Frauenstimmrechts in der Schweiz am 7. Februar und dem Internationalen Frauentag am 8. März porträtieren wir bewundernswerte Frauen aus dem Umfeld von SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf befähigt Mädchen auf der ganzen Welt, ihre Träume zu verwirklichen. Die Geschichte von SOS-Kinderdorf zeigt, wie wichtig dabei starke weibliche Vorbilder und Bezugspersonen sind. Zum diesjährigen 50. Jubiläum des Frauenstimmrechts in der Schweiz porträtieren wir deshalb vier erfolgreiche, inspirierende und ehrgeizige Frauen, die das Leben von Kindern, Familien und den umliegenden Gemeinden verändert haben.

Maria Hofer – Pionierin

Maria Hofer SOS-Kinderdorf

Maria Hofer, Gründungsmitglied der „Societas Socialis“ (später SOS-Kinderdorf).

Maria Hofer gilt als Schlüsselfigur der SOS-Kinderdorf Gründungsgeschichte. Hätte sie sich vor mehr als siebzig Jahren nicht frühzeitig ihr Erbe auszahlen lassen, wäre der Kauf des Grundstücks für das erste SOS-Kinderdorf im österreichischen Imst vielleicht nie realisiert worden. Die junge Frau ging damit ein hohes Risiko ein, da zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen konnte, ob das «Experiment» gelingen würde.

Gründungsmitglied der «Societas Socialis»

Bereits ab 1947 entwickelten sie und Hermann Gmeiner gemeinsam mit drei Freunden die «Societas Socialis“. Die ausgebildete Fürsorgerin hatte als Einzige unter den Gründerinnen und Gründern Fachkompetenzen auf dem Gebiet der Sozialarbeit und knüpfte durch ihr grosses Netzwerk wichtige öffentliche Kontakte für den Verein. Zwei Jahre später war es dann soweit: zusammen mit Hermann Gmeiner wurde das erste «SOS-Kinderdorf» auf dem gekauften Grundstück in Imst bei Innsbruck erbaut.

Bereits 1956 verliess Maria Hofer wegen beruflicher und persönlicher Differenzen SOS-Kinderdorf, in dessen Realisierung sie ihr Herzblut investiert hatte. Die offizielle Würdigung als Mitbegründerin von SOS-Kinderdorf fand 1989 durch die Verleihung der Verdienstmedaille des Landes Tirol statt.

Salam Khalaf – 35-fache SOS-Mutter

Salam Helmut Kutin Award Starke Frauen

Salam wurde 2019 für ihren Mut und ihr Engagement als SOS-Mutter den Helmut-Kutin Preis verliehen.

«Gerade in den letzten zehn Jahren habe ich gemerkt, wie viele Kinder in Syrien leiden und wie wichtig es ist, dass wir alle zusammenstehen, um sie zu retten», sagt Salam Khalaf.

Veränderungen bewirken Grosses in der «kleinen Welt» der Kinder

Frau Khalaf unterstützte zwei Evakuierungen der Kinder während des Syrien-Konflikts. 2012 zwang die eskalierende Gewalt in Aleppo sie, die Kinder sowie die anderen SOS-Familien, das Dorf zu verlassen. Frau Khalaf half ihren Kindern, diese Zeit zu bewältigen und sich auf ein neues Leben im SOS-Kinderdorf Damaskus im Vorort Qudsaya einzustellen.

Zusammenstösse und tägliche Bombenangriffe zwangen sie und die anderen Mütter, ein weiteres Mal zu fliehen, aber glücklicherweise konnten sie einen Monat später zurückkehren. Salam hat in den letzten 40 Jahren 35 Kinder grossgezogen, welche sie immer noch als Mutter ansehen und von ihr schwärmen. „Salam ist eine wundervolle SOS-Mutter und behandelt die Kinder im Dorf wie ihre eigenen“ sagt Magda Moudarres, Leiterin von SOS-Kinderdorf Syrien.

Mehr dazu:https://www.youtube.com/watch?v=W2U7XRaemNQ

Jyotsana Chhetri – SOS-Kinderdorf Leiterin

starke frauen

Jyotsana ist selbst im SOS-Kinderdorf aufgewachsen und nun stellvertretende Managerin.

Jyotsana Chhetri hat keine Erinnerungen an die Zeit vor SOS-Kinderdorf: „Als ich geboren wurde, war mein Vater bereits verstorben. Die Familie meiner Mutter akzeptierte uns nicht; es war schwer für sie, mich allein aufzuziehen. Schliesslich brachte mich einer ihrer Freunde in das SOS-Kinderdorf. Damals war ich zwei oder drei Jahre alt. Ich weiss nur, dass dies mein Zuhause ist», sagt Jyotsana.

Mit eigener Erfahrung anderen Kindern helfen

Heute ist Jyotsana stellvertretende Leiterin des SOS-Kinderdorfs Sanothimi in Nepal. Sie ist psychosoziale Beraterin und Verantwortliche im Bereich Kinderschutz. Den Job nahm sie an, als sie 23 Jahre alt war. Zuvor hatte sie ein Bachelorstudium in Soziologie abgeschlossen.

«Meine persönliche Erfahrung und meine Ausbildung helfen mir, besser zu verstehen, wie es den Kindern geht.“, sagt Jyotsana – und fügt hinzu: „Alles, was ich will, ist, dass die Kinder sich wohlfühlen, und dass ihre Eltern dadurch in Ruhe und unbesorgt ihrer Arbeit nachgehen können.“

Maggie – Chemikerin

Starke Frauen bei SOS

Maggie (22) aus dem SOS-Kinderdorf Kakiri ist mitten im Masterstudium Biomedizin in Bremen.

Maggie kam ins SOS-Kinderdorf Kakiri Uganda, weil ihre alleinerziehende Mutter nicht aus eigenen Stücken für sie aufkommen konnte. Sie wollte ihrer Tochter eine Ausbildung und somit eine bessere Zukunft ermöglichen. Schnell stellte sich heraus, dass Maggie fleissig und wissbegierig ist.

Ein aussergewöhnlicher Weg

Mit 14 Jahren bekam sie ein Stipendium von SOS-Kinderdorf für die Hermann-Gmeiner-Schule in Ghana und anschliessend eines für die Universität Bremen. Sie begann medizinische Chemie und chemische Biologie zu studieren und absolviert derzeit ihr Masterstudium.

Maggie ist motiviert und geniesst das Studium im Labor. Am liebsten würde sie weitere Erfahrung in einem Pharmaunternehmen sammeln. Längerfristig möchte sie wieder zurück nach Uganda und das Gesundheitssystem verändern. Die Schere zwischen Arm und Reich sei schlichtweg zu gross, die Ärmsten bekämen keinerlei Unterstützung. «Das System muss eine gesetzliche Krankenversicherung beinhalten, welche die Kosten für Arztbesuche und Grundbedürfnisse wie sauberem Trinkwasser und Essen senkt.»

Aufgrund der Coronapandemie weiss Maggie noch nicht, wann sie ihre Mutter und Schwester wiedersehen kann. In der Zwischenzeit verbessert sie neben dem Studium ihr Deutsch und Französisch.

Inhaltsverantwortliche:

Nicole Hardegger

Als Praktikantin Kommunikation und Marketing möchte ich Kinder und Jugendlichen weltweit die gleichen Chancen ermöglichen.

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