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30.04.2024 Aktuelles Alle Äthiopien Jeder Schnitt ist einer zu viel

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Auch wenn in Äthiopien in den letzten Jahrzehnten viele Fortschritte gemacht wurden, die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung einzudämmen, ist die gefährliche und schmerzhafte Tradition an vielen Orten leider immer noch verbreitet. Die 11-jährige Selam wohnt in der Nähe Harars im Osten Äthiopiens und engagiert sich gegen FGM (Female Genital Mutilation) – für sich und andere Mädchen in der Gemeinde.

Eines Tages kam die 11-jährige Selam von der Schule nach Hause. Ihre Mutter wartete dort mit einer älteren Frau auf sie. «Sie sagten, sie wollten mir ‹einen winzigen Teil› meines Körpers abschneiden», erzählt Selam, die bereits wusste, was damit gemeint war. Die beiden würden sie festhalten und eine Beschneidung an ihr vornehmen. Sie hatte davon in ihrer Schule gehört: Bei dem Eingriff bluten die Mädchen sehr viel, werden dabei ohnmächtig, manche sterben. Selam bat um Entschuldigung, kurz ins Bad zu dürfen und fasste einen Entschluss: «Ich rannte los, um sie zu melden. Ich hatte einfach Angst.»

Selam besucht derzeit die dritte Klasse, möchte einmal Ärztin werden und wohnt in einem verschlafenen Dorf am Rande der Stadt Harar im Osten Äthiopiens, in dem weibliche Genitalverstümmelung (=FGM) immer noch weit verbreitet ist. Alle Frauen in ihrem Dorf haben den «Schnitt», wie sie ihn nennen, hinter sich und wollen diesen auch für ihre Töchter. Selam, die älteste von acht Geschwistern, weigerte sich. Noch vor zwei Jahren war dieser Akt des Widerstands im Dorf undenkbar. Selam lief an besagtem Nachmittag zum Gemeindebüro für Frauen- und Kinderangelegenheiten und vertraute sich Halima an, einer Frauenbeauftragten, die sich sehr für ein Ende von FGM engagiert. Sie war es auch, die an Selams Schule über die Gefahren aufgeklärt und ermutigt hatte, jeden Vorfall zu melden. Denn diese Praxis kann zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen führen: von Komplikationen bei der Geburt, psychischen Traumata über Probleme beim Wasserlassen bis hin zu Schmerzen bei der Menstruation. Seit zwei Jahren arbeitet die Gemeinde eng mit SOS-Kinderdorf in Äthiopien zusammen, um die Bevölkerung aufzuklären und die Rechte der Mädchen zu stärken. «Halima hat uns gesagt, dass wir uns auf solche Dinge nicht einlassen sollen. Es ist gefährlich, und wir sollen direkt zu ihr kommen, wenn unsere Eltern versuchen, uns zu beschneiden», berichtet Selam.

Sieda, Selams Mutter, sagt, sie habe die Beschneidung ihrer erstgeborenen Tochter veranlasst, «weil es bei uns Brauch ist. Wir glauben, dass der Teil, den wir entfernen, unrein ist. Unsere Väter haben es mit uns gemacht, und deshalb wollten wir es auch mit unseren Kindern tun. Aber die Frauenbeauftragten haben uns gesagt, dass das illegal ist. Ich habe geschworen, es nicht mehr zu tun.» Halima, die Frauenbeauftragte, ergänzt: «Wir sagten Sieda, dass sie und andere Eltern dafür verantwortlich seien, diese Generation unbeschadet in die Zukunft zu führen, und dass sie kulturell und rechtlich zur Verantwortung gezogen würde, wenn sie noch einmal mitmachen würde.» «Meine Mutter hat mich gefragt, warum ich sie angezeigt habe, und ich habe ihr gesagt, dass bereits ein Mädchen bei einer Beschneidung gestorben ist», sagt Selam, «und dass ich das nicht will. Und dass ich nicht heiraten will, weil ich noch zur Schule gehe.» Selam ist inzwischen bekannt dafür, sich in der Gemeinde gegen FGM einzusetzen. Als junge Botschafterin erzählt sie in der Schule oder bei Versammlungen selbstbewusst, wie sie die Beschneidung vermieden und in der Folge die Meinung ihrer Eltern dazu nachhaltig verändert hat: «Meinen Freundinnen in der Schule erzähle ich, dass eine Heirat in ihrem jungen Alter nicht notwendig und die Beschneidung verboten ist. Und wenn ihre Eltern versuchen, sie zu zwingen, gehören sie vor Gericht. Meine Freundinnen und ich haben gesunde Körper und sind mit uns im Reinen. Alles, war wir wollen, ist in die Schule zu gehen.»

Inhaltsverantwortliche:

David Becker

Wenn ich Content in Wort und Bild erarbeite, begeistert mich das grosse Ganze und berühren mich die feinen Details.

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