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SOS-Kinderdorf Äthiopien

Äthiopien zählt mit seinen 105 Millionen Einwohnern zu ärmsten Ländern Afrikas. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt in extremer Armut und jedes zweite äthiopische Kind ist laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation mangelernährt oder leidet an ernährungsbedingten Wachstumshemmungen. Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen fehlen an den meisten Orten: Nur ein Drittel der Menschen hat regelmässigen Zugang zu Trinkwasser und der Zugang zu sanitären Einrichtungen ist ausserordentlich begrenzt.

Nur ein Sechstel der Äthioperinnen und Äthioper ist erwerbstätig und kann über ein geregeltes Einkommen verfügen. Insgesamt weist Äthiopien eine negative Handelsbilanz auf und das Volumen der Importe ist ca. dreimal so hoch wie das der Exporte. Der wichtigste Exportartikel sind Kaffeebohnen.

Äthiopiens Misere hat verschiedene Gründe. Immer wiederkehrende Dürren verursachen Hungersnöte und minimieren oder zerstören landwirtschaftliche Erträge. Für Äthiopiens Kinder gibt es kaum Aussichten auf eine bessere Zukunft. Die Einschulungsquote des Landes gehört zu den niedrigsten der Welt und der Zugang zu Schule und Bildung wird vielen Kindern verwehrt. Viele Kinder können noch nicht einmal eine Primarschule besuchen und müssen stattdessen arbeiten.

So helfen wir

Betreuung und Schutz  
  • Familienstärkungsprogramme: Damit Familien nicht auseinanderbrechen , arbeitet SOS-Kinderdorf  präventiv mit gefährdeten Familien zusammen, indem sie Erziehungskompetenzen im Bereich Kommunikation, Gesundheit und Rechte erlernen.
  • Kinderschutzkomitees: Kinderschutzkomitees werden in den Quartieren gegründet, um die Einhaltung der Kinderrechte langfristig zu sichern. Opfer von Missbrauchsfällen werden in Kooperation mit der Kinderschutzbehörde unterstützt.
  • SOS-Kinderdorf und Jugendeinrichtungen: Im SOS-Kinderdorf  erhalten Kinder und Jugendliche ohne elterliche Fürsorge familiennahe Betreuung und ein neues Zuhause.
Bildung  
  • Zugang zur Schule: SOS-Kinderdorf sorgt dafür, dass alle Kinder im Programmgebiet die Schule besuchten. Die Schulen werden z.B mittels Trainings oder materieller Unterstützung dazu befähigt, besser zu werden. Kinder und Jugendliche entwickeln Lebens- und Berufskompetenzen.
Gesundheit  
  • Damit alle Kinder gut ernährt sind, werden die ärmsten Kinder vorübergehend mit Lebensmitteln unterstützt. Weiterhin wird dafür gesorgt, dass alle Kinder unter hygienischen Bedingungen aufwachsen, Zugang zu Toiletten und Trinkwasser sowie zu Gesundheitsdiensten haben.
Einkommensförderung  

Spar-& Leihgruppen: Mit der Gründung von Spar- und Leihgruppen werden Nachbarschaftsnetze gestärkt. Schulungen garantieren eine gute Selbstverwaltung und Umsetzung von Einkommen generierenden Massnahmen. Diese verbessern langfristig die Einkommenssituation und sichern den Lebensunterhalt.

Unsere Wirkung

Dank dem SOS-Familienstärkungsprogramm ist mir die Wichtigkeit von Bildung bewusst geworden und ich schicke meine drei Kinder in die Schule. Selber kann ich nicht lesen oder schreiben. Aber meine Kinder sollen eine Chance haben in ihrem Leben. Deshalb gehe ich jeden Morgen in die Schule und kontrolliere, ob wirklich alle Kinder zum Unterricht erschienen sind.

Familienstärkung Kelafo, Selam

Meine schulischen Leistungen sind viel besser geworden. Damit habe ich den nationalen Abschluss der 10. Klasse geschafft und gehe jetzt in die 11. Vorbereitungsklasse. Und mit meinem zusätzlichen Einkommen kann ich erstmals drei Mal pro Tag essen. Das lag vorher überhaupt nicht drin. Ganz wichtig ist auch der psychologische Beistand. Früher war ich oft einsam und litt unter den Vorurteilen der Menschen. Jetzt bin ich viel selbstbewusster und konzentriere mich auf meine Ausbildung und was ich im Leben erreichen will.

Stärkung von Kindern mit Behinderungen, Mekides

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, der lokalen Gemeinde und den Behörden?  

Um Doppelspurigkeiten zu vermeiden, koordinieren wir die Arbeit zwischen uns, den Behörden und verschiedenen lokalen Hilfswerken. Gemeinsam bauen wir aus bestehenden kleineren Anlaufstellen ein tragfähiges Sozialnetz auf. Diese funktionieren heute als Stellvertreter für SOS-Kinderdorf weitgehend selbstständig. Mit jeder unterstützten Familie entwickeln wir einen Entwicklungsplan. Gemeinsam setzten wir realistische Ziele fest. Zum Beispiel, wo die Familie in einem halben Jahr steht. Damit ist das konkrete Monitoring bis hin zu jedem einzelnen Kind gewährleistet. Zum Beispiel wissen wir von jedem Kind, ob es in die Schule geht, welche Schulnoten es hat oder ob die Massnahmen zur Einkommensförderung bei den Eltern greifen.

Welche Rolle trägt die Frau Frau in Äthiopiens Gesellschaft?  

Frauen sind in Wirtschaft, Politik oder Kultur, untervertreten. Trotz Verbots drängen traditionelle Praktiken wie Mädchenbeschneidung und Frühverheiratung die Frauen gegenüber den Männern in untergeordnete Positionen. Die Möglichkeit, sich in der Gesellschaft ihres Landes einzubringen, bleibt ihnen verwehrt. Von den 142 Ländern im Index der Geschlechterungleichheit nimmt Äthiopien den 127. Rang ein.

Nicht nur Mädchen, sondern auch gleichgeschlechtlich empfindende, bi- und transsexuelle Kinder leiden oft unter Ausgrenzung. Ganz besonders in afrikanischen Ländern, wo ihre Neigung tabuisiert und oft noch gesetzlich verboten ist. Deshalb agiert SOS-Kinderdorf dort sorgfältig und sensibilisiert mit Aufklärung SOS-Mütter und Mitarbeitende. SOS-Kinderdorfschützt alle Kinder: ungeachtet von Kultur, Glauben, Geschlecht oder sexueller Orientierung.

Was bedeutet Hilfe zur Selbsthilfe?  

Mit dem Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe sorgt SOS-Kinderdorf dafür, dass Eltern wieder selbständig für ihre Kinder sorgen können und bewahrt die Familien vor dem Auseinanderbrechen. Das Ziel ist es, die Erziehungsberechtigten zu befähigen, ihren Kindern aus eigener Kraft Perspektiven zu bieten und sie darin zu schulen, dass sie ihr Einkommen langfristig und zum Wohl ihrer Kinder steigern können.

Wie verhindert SOS-Kinderdorf, dass Familien auseinanderbechen?  

Wir bewahren gefährdete Familien vor der Trennung und sorgen mit dem Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe dafür, dass diese Familien wieder selbständig für ihre Kinder sorgen können. Wir befähigen Eltern, ihren Kindern aus eigener Kraft Perspektiven zu bieten. Beispiel dafür sind  Einkommensförderung, Kindertagesstätten, Beratung und Workshops.

Wir ergreifen Massnahmen, um Gemeinden zu stärken, damit sie sich der Verantwortung für in Not geratene Kinder und Familien annehmen und tragfähige Sozialstrukturen entstehen.

Weitere SOS-Kinderdorf Fokusländer

Neben Äthiopien liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit auf folgenden Ländern:

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SOS-Kinderdorf hilft Kindern weltweit

Was für uns selbstverständlich ist, gibt es für sehr viele Kinder weltweit nicht: Ein Aufwachsen ohne Kinderarmut, Kriege oder Hunger. Das Auseinanderbrechen von Familien hat fatale Folgen für Kinder und die Gesellschaft, in der sie leben. Sie sind ihrer Rechte auf Grundversorgung, Schutz, Bildung und medizinischer Betreuung beraubt. Diese Kinder leiden an Vernachlässigung und Hunger und sind Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. An all diesen Punkten setzt SOS-Kinderdorf an.

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So helfen wir Kindern in Not

Der Schwerpunkt der Projekte von SOS-Kinderdorf liegt auf der langfristigen Entwicklung jedes Kindes – Betreuung und Schutz, Gesundheit und Bildung mit eingeschlossen –, damit sie als Erwachsene selbständig die Herausforderungen des Lebens meistern können. Damit dies gelingt, schaffen wir Kindern in Not die dafür notwendigen Voraussetzungen in einem familiären Umfeld mit verlässlichen Beziehungen und der individuellen Betreuung durch engagierte Fachpersonen.

Die transparente und wirksame Verwendung der Gelder wird den Spendern durch die Zewo-Zertifizierung garantiert.