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SOS-Kinderdorf in Nepal

Das Risiko in Nepal arm geboren zu werden und in Armut zu leben ist gross: Die grosse Mehrheit (78%) muss von weniger als zwei US-Dollar am Tag leben.  Aufgrund dieser Armut und dem fehlenden Zugang zu Gesundheitssystemen sterben jedes Jahr Tausende Menschen. Verschärft wird diese schwierige Situation dadurch, dass sowohl Erdbeben als auch die Fluten während des Monsuns immer wieder Siedlungen und Infrastrukturen zerstören.

Das Kastensystem ist in Nepal offiziell abgeschafft, lebt aber in den Köpfen der Menschen weiter. Religions- oder Kastenzugehörigkeit sind bis heute Fundament für soziale Ausgrenzungen und Benachteiligungen. Auch die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen sowie Unterdrückung ziehen sich durch alle Lebensbereiche. Zum Alltag gehören zum Beispiel teilweise bereits im Kindesalter arrangierte Ehen, ein abergläubisches Verständnis vom weiblichen Menstruationszyklus oder Mädchenhandel. SOS-Kinderdorf unterstützt  Kinder, Jugendliche und Familien in Gemeinden in Nepal seit 1973 besonders aktiv.

Unsere Arbeit in Nepal

Betreuung und Schutz  
  • Kindertagesstätten: Eltern können ihre Kinder ausgebildeten Betreuungspersonen überlassen und ihrer Arbeit nachgehen.
  • Familienstärkungsprogramme: Damit Familien nicht auseinanderbrechen , arbeitet SOS-Kinderdorf  präventiv mit gefährdeten Familien zusammen, indem sie Erziehungskompetenzen im Bereich Kommunikation, Gesundheit und Rechte erlernen.
  • Stärkung von Gemeindekomitees zum Schutz von Kindern: SOS-Kinderdorf stärkt Gemeinschaften mit Workshops mit Repräsentanten der Regierung, Kirche, Polizei, Gemeinden zu den Themen Kinderrechte, Hygiene,  Prävention Kindesmissbrauch, Gesundheit,  Koordination und Kommunikation .
  • Jugendeinrichtungen: Wohngruppen für junge Männer und Frauen, die studieren. Die Jugendlichen sind selber verantwortlich für Haushalt und Haushaltsbudget, haben eine Betreuerin zur Beratung zur Seite.
  • SOS-Kinderdorf: Im SOS-Kinderdorf  erhalten Kinder ohne elterliche Fürsorge familiennahe Betreuung.
Bildung  
  • Primar-& Sekundarschulen: In SOS geführten Primar- und Sekundarschulen erhalten Kinder ihrem Alter entprechende Ausbildung. Kinder und Jugendliche entwickeln Lebens-und Berufskompetenzen.
  • Berufsausbildungen für Jugendliche: Berufsausbildungen im Bereich Tischlerei, Metallverarbeitung, Elektrotechnik, Automobil und IT.
  • Stärkung von Infrastrukturen: Die Schulen werden z.B mittel Trainings oder materieller Unterstützung dazu befähigt, besser zu werden.
  • Orientierungsprogramme: Lokale ,,Community Mobiliser’’  organisieren Treffen mit Frauen, Eltern, Repräsentanten der Gemeinde und sprechen über Hygiene, kulturelle Normen, Gesundheit, Ernährung, Kinderrechte und viele weitere Th
Gesundheit  
  • Begleitung der Kinder und Eltern beim Zugang zur Basisgesundheitsversorgung.
  • Bau von Toiletten und Latrine: Die Familien erhalten dazu Baumaterial und Know-how. Ebenfalls werden die Behausungen der Familien an die Wasserpumpen der Gemeinde angeschlossen, damit sie mit eigenen Handpumpen frisches Wasser haben.
  • Schulungen in Hygienemassnahmen: Damit die Latrinen auch gebraucht werden, organisieren wir Aufklärungskampagnen über Hygiene, richtiges Händewaschen und sauberes Trinkwasser.
Einkommensförderung  
  • Unterstützung und Schulungen zum Erzielen eines Einkommens, Zugang zu Kapital über Spar- und Leihgruppen.

Unsere Wirkung

In meiner Not bat ich SOS-Kinderdorf in Pokhara um Hilfe. Ich hatte davon gehört, dass diese Organisation Familien in Not unterstützt. SOS-Kinderdorf nahm uns im Familienstärkungsprogramm auf. Meine Töchter erhielten Schulbücher und Schuluniformen und konnten die Schule besuchen. Ich selber bekam die Möglichkeit, einen Nähkurs zu besuchen. Heute führe ich selbständig ein Nähatelier - darauf bin ich stolz

Familienstärkung Nepal, Laksmi, Pokhara

Unsere Mutter starb ein paar Wochen nach unserer Geburt. Im SOS-Kinderdorf haben wir ein neues Zuhause gefunden. Auch zu unserem leiblichen Vater haben wir heute wieder einen guten Kontakt. Wir lieben Musik und Tanzen und veranstalten in der SOS-Familie Gesangs- und Tanzabende.

SOS-Kinderdorf Nepal, Malbika & Rishika

Häufig gestellte Fragen

Wie verhindert SOS-Kinderdorf, dass Familien auseinanderbechen?  

Wir bewahren gefährdete Familien vor der Trennung und sorgen mit dem Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe dafür, dass diese Familien wieder selbständig für ihre Kinder sorgen können. Wir befähigen Eltern, ihren Kindern aus eigener Kraft Perspektiven zu bieten. Beispiel dafür sind  Einkommensförderung, Kindertagesstätten, Beratung und Workshops.

Wir ergreifen Massnahmen, um Gemeinden zu stärken, damit sie sich der Verantwortung für in Not geratene Kinder und Familien annehmen und tragfähige Sozialstrukturen entstehen.

Warum ist die Menstruation in Nepal ein Tabuthema?  

Frauen in Nepal isolieren sich während der Menstruation, da In einigen Regionen und Kulturkreisen die Menstruation als unrein bezeichnet wird. Frauen gehen nicht mehr zur Arbeit und in der Schule in ländlichen Regionen fehlen im Schnitt regelmässig 21% der Mädchen. Frauen und Mädchen schämen sich und bleiben Zuhause. Aber auch Zuhause dürfen sie die Küche nicht mehr betreten, da sie laut traditionellem Glauben die Lebensmittel verunreinigen könnten. So nehmen es einige Frauen auf sich, dem Zuhause fernzubleiben und isoliert von der Familie in einer Menstruationshütte abzuwarten bis die Tage vorbei sind. Die Frauen leiden dadurch psychisch, gesundheitlich und letztlich auch finanziell. Binden oder Tampons kennen die Frauen in ländlichen Gegenden nicht oder wissen nicht, was damit anfangen, denn es wird nicht über die richtige Intimpflege gesprochen. Sie benutzen Lappen und waschen diese nur selten und nur in der Dunkelheit aus, was wiederum Infektionen zur Folge haben kann.

SOS-Kinderdorf ist seit 1973 tätig. In Sunsari, im Südosten des Landes, haben wir das Problem erkannt und Massnahmen mit den lokalen Akteuren getroffen, um das Tabu zu brechen. Das wichtigste ist: Reden, Informieren und Aufklären.  Lokale ,,Community Mobiliser’’ organisieren Orientierungs-Meetings mit Frauen aus 150 Familien und sprechen offen über das Thema und erklären, wie Binden den Alltag erleichtern können. Zudem erhalten Frauen und Mädchen über zwei Jahre lang Binden. Währenddessen sollen die Frauen lernen, Binden selbst zu nähen und ein eigenes Geschäft daraus zu machen, damit die Binden nachhaltig in die lokalen Strukturen integriert werden. Diese Massnahmen erhalten bei den Frauen positiven Zuspruch. Sie müssen nicht mehr der Arbeit und der Schule fernbleiben und Frauen und Mädchen wird allmählich bewusst, dass die Menstruation nichts Unreines bedeutet, sondern das pure Gegenteil. Teilnehmende Frauen mussten erkennen, dass sie das erste Mal bei diesen Treffen über die Menstruation gesprochen haben und dies nun endlich auch mit ihren Töchtern machen.

Was versteht man unter einem SOS-Kinderdorf?  

In den SOS-Kinderdörfern finden Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht mehr bei ihnen leben können, ein neues und dauerhaftes Zuhause in einem familiären Umfeld. Jeweils fünf bis zehn Buben und Mädchen verschiedenen Alters leben gemeinsam mit einer SOS-Kinderdorf-Mutter in einem Einfamilienhaus. Zehn bis 15 SOS-Kinderdorf-Familien bilden eine Dorfgemeinschaft.

Die so genannten „vier Prinzipien“ – die SOS-Kinderdorf-Mutter, die Geschwister, das Familienhaus und das SOS-Kinderdorf – bilden die Basis und den Rahmen unserer Arbeitsmethode im SOS-Kinderdorf. Das wichtigste Prinzip ist die Mutter bzw. die mutterorientierte Betreuung.

Weitere SOS-Kinderdorf Fokusländer

Neben Niger liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit auf folgenden Ländern:

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SOS-Kinderdorf hilft Kindern weltweit

Was für uns selbstverständlich ist, gibt es für sehr viele Kinder weltweit nicht: Ein Aufwachsen ohne Kinderarmut, Kriege oder Hunger. Das Auseinanderbrechen von Familien hat fatale Folgen für Kinder und die Gesellschaft, in der sie leben. Sie sind ihrer Rechte auf Grundversorgung, Schutz, Bildung und medizinischer Betreuung beraubt. Diese Kinder leiden an Vernachlässigung und Hunger und sind Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. An all diesen Punkten setzt SOS-Kinderdorf an.

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So helfen wir Kindern in Not

Der Schwerpunkt der Projekte von SOS-Kinderdorf liegt auf der langfristigen Entwicklung jedes Kindes – Betreuung und Schutz, Gesundheit und Bildung mit eingeschlossen –, damit sie als Erwachsene selbständig die Herausforderungen des Lebens meistern können. Damit dies gelingt, schaffen wir Kindern in Not die dafür notwendigen Voraussetzungen in einem familiären Umfeld mit verlässlichen Beziehungen und der individuellen Betreuung durch engagierte Fachpersonen.

Die transparente und wirksame Verwendung der Gelder wird den Spendern durch die Zewo-Zertifizierung garantiert.

Fakten zu SOS-Kinderdorf Schweiz

Unsere Erfolge in Zahlen

2017 generierte SOS-Kinderdorf Schweiz 20,5 Millionen Franken für weltweite Projekte. Damit verbesserten wir das Leben von 90'000 Kindern und Jugendlichen in 130 Ländern.

Mehr zu Erfolgen
Zwei Mädchen lachen in die Kamera.

Über SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf Schweiz ist eine eigenständige Organisation innerhalb von SOS-Kinderdorf International. Die Stiftung wurde 1964 gegründet und hat ihren Sitz in Bern.

Mehr über uns
Zwei kleine Mädchen in der Schule.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um SOS-Kinderdorf Schweiz.

Zu Fragen und Antworten