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FAQ: Erziehung und Ausbildung

Nach welchem Konzept werden die Kinder erzogen?  

Es gibt ein allgemeines Erziehungskonzept, das in allen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen weltweit Anwendung findet: das Konzept der familienorientierten Langzeitbetreuung, das ein Mindestmaß an pädagogischen Zielsetzungen festlegt. Diese Zielsetzungen hängen vom Alter des Kindes zum Zeitpunkt seiner Aufnahme im SOS-Kinderdorf ab.

Die so genannten „vier Prinzipien“ – die SOS-Kinderdorf-Mutter, die Geschwister, das Familienhaus und das SOS-Kinderdorf – bilden die Basis und den Rahmen unserer Arbeitsmethode im SOS-Kinderdorf. Das wichtigste Prinzip ist die Mutter bzw. die mutterorientierte Betreuung.

Darüber hinaus hängt die Erziehung der Kinder von ihrem kulturellen und ethnischen Hintergrund, ihrer Religion und den jeweiligen Personen ab, die in den Erziehungsprozess eingebunden sind.

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In welcher Religion werden die Kinder erzogen?  

Jedes Kind wird im Sinne jener Religion erzogen, die es von seinen Eltern übernommen hat. Ist diese nicht bekannt, wird das Kind gemäß jener religiösen Tradition erzogen, die im entsprechenden kulturellen Umfeld am weitesten verbreitet ist. In vielen SOS-Kinderdörfern sind verschiedene Glaubensbekenntnisse vertreten.

Gibt es ein bestimmtes Erziehungsmodell für SOS-Kindergärten?  

Die im Unterricht angewandten Methoden und verwendeten Spiele und Spielsachen basieren auf den pädagogischen Erkenntnissen Friedrich Fröbels und Maria Montessoris, wobei der spezifische kulturelle Hintergrund des jeweiligen Landes gebührend berücksichtigt wird.

Die Montessori-Methode beinhaltet eine sehr breit angelegte Auffassung von Erziehung als Lebenshilfe. Die Methode zielt darauf ab, den heranwachsenden Kindern bei der Aufgabe zu helfen, sich innerlich zu festigen. Die Methode hat deshalb Erfolg, weil sie ihre Prinzipien auf der natürlichen Entwicklung des Kindes begründet.

Welche Schulen besuchen die SOS-Kinderdorf-Kinder?  

Ist die Infrastruktur ausreichend, besuchen SOS-Kinderdorf-Kinder im Allgemeinen örtliche Schulen. Befinden sich keine geeigneten Schulen in der Nähe des SOS-Kinderdorfes, werden SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen (Grund- und Sekundarschulen) und/oder SOS-Berufsbildungszentren errichtet. Diese Einrichtungen stehen auch den Kindern und Jugendlichen aus der Nachbarschaft offen. Wir sind jedoch immer bereit, zur Verbesserung bereits vorhandener lokaler Schulen beizutragen und dadurch sowohl Kosten zu sparen, als auch die Integration in die Gemeinschaft zu fördern.

Welche Ausbildung wird in den SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen angeboten?  

SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen bieten Grund- und/oder Sekundarschulausbildung für SOS-Kinderdorf-Kinder und Kinder aus der Nachbarschaft. Der Lehrplan ist auf die lokale Kultur und den offiziellen Lehrplan des Landes abgestimmt. Die Sekundarschule endet mit einer Schulabschlussprüfung.

Wie werden Kinder und Jugendliche in den Einrichtungen in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützt?  

Jedes SOS-Kinderdorf-Kind bzw. jede/r SOS-Kinderdorf-Jugendliche erhält die für ihn/sie am besten geeignete schulische bzw. berufliche Ausbildung, wobei man sich bei der Auswahl auch an den Chancen auf dem Arbeitsmarkt des entsprechenden Landes orientiert. Dazu gehören Ausbildungen an Berufsschulen, Haushaltsschulen, Landwirtschaftsschulen sowie jegliche Art von zusätzlicher praktischer bzw. theoretischer Ausbildung. Bei entsprechender Befähigung ist auch eine höhere Schulausbildung mit anschließendem Studium denkbar. Für die Jugendlichen wird ein persönliches Entwicklungsprogramm erstellt, das ihnen beim Erwerb von lebensnotwendigen Fertigkeiten und Kenntnissen hilft. Diese Programme beinhalten das Aufbauen von Beziehungen, Aufklärungsunterricht und den Erwerb sozialer Kompetenz. Im Rahmen von Gemeinschaftsprogrammen erhalten Jugendliche die Möglichkeit, sich konstruktiv in das Zusammenleben in der Gemeinde einzubringen. Der Leiter des SOS-Kinderdorfes fördert Zusammenkünfte von bereits ausgeschiedenen jungen Erwachsenen, wodurch die Beziehungen untereinander bzw. zwischen ihnen und ihren SOS-Kinderdorf-Familien erhalten bleiben sollen.

Beispiele für Inhalte persönlicher Entwicklungsprogramme:

  • Aufklärungsunterricht, Kenntnis der HIV/AIDS-Aufklärung, Prävention von Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Kommunikation, Aufbau dauerhafter Beziehungen, Konfliktmanagement.
  • Gemeinschaftsprogramme, z.B. Arbeiten in örtlichen Schulen, Kliniken und Krankenhäusern, entweder über Vermittlung der örtlichen Gemeinde oder anderer sozialer Organisationen.
Was ist ein SOS Hermann Gmeiner International College?  

Diese Art von College bietet begabten Studenten zwischen 13 und 18 Jahren eine hochwertige Sekundarschulausbildung. SOS-Kinderdorf International betreibt ein Internationales College.

Das erste International SOS Hermann Gmeiner College befindet sich in Tema, Ghana. Es wurde 1990 neben der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule errichtet und bietet 200 Studenten aus ganz Afrika Platz.

Das College bietet eine solide Ausbildung, die mit einem international anerkannten Sekundarschul-Abschluss und dem Internationalen Abitur endet und somit den Zugang zu Universitäten in aller Welt ermöglicht.

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