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FAQ: Organisation.

Wer hat SOS-Kinderdorf gegründet?  

Hermann Gmeiner, ein gebürtiger Österreicher, gründete 1949 den ersten SOS-Kinderdorf-Verein in Österreich. Das ursprüngliche Ziel von Hermann Gmeiner war es, elternlosen und verlassenen Kindern nach dem 2. Weltkrieg eine Familie, ein Haus und ein Dorf zu geben, um dort Geborgenheit zu erfahren. Das erste SOS-Kinderdorf wurde im selben Jahr in Imst in Tirol gebaut. Das erste Familienhaus wurde „Haus des Friedens“ getauft. Imst wurde zum Vorbild für die SOS-Kinderdörfer auf der ganzen Welt durch das flexible, weltweit anwendbare und integrative Kinderbetreuungskonzept.

Wie ist die Struktur von SOS-Kinderdorf?  

„SOS-Kinderdorf International“ ist der offizielle Name des Dachverbandes aller SOS-Kinderdorf-Vereine. Da der Dachverband in Österreich als Verein registriert wurde, wird als offizielle Bezeichnung für die Organisation der deutsche Name verwendet.
„SOS-Kinderdorf“ ist die deutsche Bezeichnung der gesamten Organisation, die durch nationale Vereine in über 130 Ländern und Territorien aktiv ist.
Alle nationalen SOS-Kinderdorf-Vereine haben einen eigenen Vorstand und sind für die Aktivitäten der Organisation in ihrem jeweiligen Land verantwortlich.

Was sind SOS-Fördervereine?  

SOS-Fördervereine sind unabhängige nationale SOS-Kinderdorfvereine, basierend auf der jeweiligen nationalen Gesetzgebung sowie den Statuten von SOS-Kinderdorf International. Sie sind Mitglieder des Dachverbandes SOS-Kinderdorf International.
SOS-Fördervereine stellen finanzielle Mittel für jene nationalen Vereine zur Verfügung, denen es nicht möglich ist, die nötigen Geldmittel lokal zu beschaffen. Einige SOS-Fördervereine betreiben selbst SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in ihren Ländern.
Jeder SOS-Kinderdorf-Verein richtet ein nationales Büro ein, um die Aktivitäten aller SOS-Kinderdorf-Einrichtungen des Landes zu koordinieren. Die nationalen Büros sind dazu da, die zahlreichen notwendigen administrativen Aufgaben (z.B. Buchhaltung, Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Regierungen und Behörden, Patenarbeit etc.) auf die effizienteste und wirtschaftlichste Art und Weise zu erledigen.

Wann wird SOS-Kinderdorf in einem neuen Land aktiv?  

Der erste Schritt kann von einer Regierung, einer Botschaft oder von Einzelpersonen mit einer besonderen Beziehung zum jeweiligen Land sowie mit fundiertem Wissen über die sozialen Gegebenheiten, besonders in Bezug auf Kinder, gesetzt werden. Manchmal kommt es auch vor, dass Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf unsere Organisation über die besondere Notlage in einem bestimmten Land in Kenntnis setzen.
Unvorhergesehene Notsituationen wie Kriege, Naturkatastrophen oder Hungersnöte können ebenfalls dazu führen, dass SOS-Kinderdorf International Hilfe leistet, hauptsächlich im Rahmen der SOS-Nothilfeprogramme. Solche zeitlich begrenzten Nothilfeprogramme führen nicht selten dazu, dass SOS-Kinderdörfer und/oder andere ständige Einrichtungen im Land errichtet werden.

Was versteht man unter einem Familien- bzw. Gemeindestärkungsprogramm?  

Um Kindern in Not eine nachhaltige und positive Zukunft ermöglichen zu können, müssen Familien- und Gemeindestrukturen gefördert werden. Die Begünstigten sollen durch Hilfe zur Selbsthilfe befähigt werden, sich und ihre Familien selbständig aus der Armut befreien zu können. Durch Programme, die unter Berücksichtigung der örtlichen Voraussetzungen und mit lokalen Mitarbeitern entwickelt werden, sollen langfristige Perspektiven und verlässliche Strukturen in den Dorfgemeinschaften geschaffen werden. Diese Programme sollen unter anderem ermöglichen, dass Kinder in ihren Familien verbleiben können und entsprechend versorgt und gefördert werden.

Was versteht man unter einem SOS-Kinderdorf?  

In den SOS-Kinderdörfern finden Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht mehr bei ihnen leben können, ein neues und dauerhaftes Zuhause in einem familiären Umfeld. Jeweils fünf bis zehn Buben und Mädchen verschiedenen Alters leben gemeinsam mit einer SOS-Kinderdorf-Mutter in einem Einfamilienhaus. Zehn bis 15 SOS-Kinderdorf-Familien bilden eine Dorfgemeinschaft.
Die so genannten „vier Prinzipien“ – die SOS-Kinderdorf-Familien, die Geschwister, das Familienhaus und das SOS-Kinderdorf – bilden die Basis und den Rahmen unserer Arbeitsmethode im SOS-Kinderdorf. Das wichtigste Prinzip ist die Mutter bzw. die mutterorientierte Betreuung.
An das jeweilige SOS-Kinderdorf sind Ergänzungseinrichtungen angeschlossen. Diese können Kindergärten, SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, Berufsausbildungszentren, Sozialzentren, medizinische Zentren etc. umfassen. Ergänzende Einrichtungen stehen sowohl den Kindern und Jugendlichen in den SOS-Kinderdörfern als auch den Menschen in der Umgebung der SOS-Kinderdörfer offen.

Betreibt SOS-Kinderdorf auch Programme in der Schweiz?  

Die Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz übernimmt die Finanzierung von Familien- und Gemeindestärkungsprogrammen, SOS-Kinderdörfern sowie Zusatzeinrichtungen in der ganzen Welt, betreibt jedoch keine Einrichtungen in der Schweiz. SOS-Kinderdorf Schweiz legt den Schwerpunkt auf Entwicklungs- und Schwellenländer.
Dies heisst aber nicht, dass es in der Schweiz keine bedürftigen Kinder gibt, die Hilfe benötigen und die – aus welchen Gründen auch immer – nicht in ihrer Familie aufwachsen können. Für diese Kinder setzen sich neben dem Staat und den einzelnen Kantonen und Gemeinden andere Institutionen und Hilfswerke ein.