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21.03.2019 Aktuelles Alle Nothilfe Weitere Länder „Apokalyptisches Chaos“ nach Wirbelsturm in Mosambik

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Tausende Kinder sind in massiver Gefahr

Ein Einsatzteam von SOS-Kinderdorf hat gestern am frühen Nachmittag Beira und die SOS-Einrichtungen in der Hafenstadt erreicht. “Das Ausmass der Katastrophe  ist unbeschreiblich, viele Orte stehen meterhoch unter Wasser, Tausende Menschen, darunter Hunderte Familien und Kinder, harren auf Dächern aus, sind auf Inseln gestrandet, klammern sich in Baumkronen fest ­- ohne etwas zu Essen, ohne medizinische Versorgung, schutzlos Schlangen, Raubtieren und den anhaltenden Regenfällen ausgesetzt”, berichtet Simiao Mahumana, Leiter SOS-Kinderdorf in Mosambik.

 

Insgesamt sind rund 260.000 Kinder in Beira und Umgebung in lebensbedrohlicher Gefahr. Es ist nur eine Frage von Tagen, bis Krankheiten ausbrechen, denn die sanitäre Infrastruktur ist komplett zerstört, die Menschen trinken verunreinigtes Wasser, um nicht zu verdursten. „Unser größte Sorge gilt den Kindern, die Situation vor Ort gleicht einem apokalyptischen Chaos, viele Jungen und Mädchen sind obdachlos und damit schutzlos Missbrauch, Ausbeutung und Verschleppung ausgesetzt“, so Mahumana weiter. “Kinder, deren Eltern getötet wurden oder die im Chaos der Katastrophe von ihren Eltern getrennt wurden, sind jetzt völlig auf sich alleine gestellt.“  Darüber hinaus gibt es zu wenige Ärzte und kaum Psychologen. “Und die, die da sind, sind voll damit beschäftigt zuallererst die Schwerstverletzten zu versorgen.” Die meisten Krankenstationen sind zerstört.

„Zwar hat der extreme Regen etwas abgenommen, aber es droht weitere Gefahr. Denn jetzt kommt das Wasser von unten. Die Flüsse sind durch den Dauerregen stark angeschwollen und bringen zusätzliche Überschwemmungen. Die Staudämme im Land sind randvoll. Manche sind schon geborsten, andere müssen geöffnet werden“, sagt Mahumana.

SOS-Kinderdorf arbeitetet mit der Regierung und anderen Organisationen unter Hochdruck daran, zumindest die dringlichsten Probleme in den Griff zu bekommen. “Wir können jede Unterstützung gebrauchen, es ist anzunehmen, dass in den nächsten Tagen die Zahl der Opfer noch steigt”, sagt Mahumana. Noch haben die Helfer keinen vollständigen Überblick über die Lage, “die Stadt ist nur mit Flugzeugen oder Helikoptern zu erreichen, die Kommunikationsinfrastruktur ist zerstört.”

 

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