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Die zwei kleinen Mädchen wurden allein am Bahnhof Faridabad entdeckt. Eltern oder Verwandte sind nicht auffindbar. Nun gewährt ihnen SOS-Kinderdorf ein Zuhause.

Faridabad, nahe Delhi. Allein am Bahnhof standen zwei kleine Mädchen. Benisha und Kavita, drei und vier Jahre alt. Ein Ladenbesitzer kümmerte sich um sie und verständigte später die Polizei. Diese brachte die beiden Mädchen ins SOS-Kinderdorf Faridabad. Behörden versuchten danach, ihre Eltern ausfindig zu machen – leider ohne Ergebnis. Bis heute hat sich niemand gemeldet, der die Mädchen vermisst.

«Benisha und Kavita hatten Glück, dass sie einen sicheren Ort gefunden haben.» Tsewang Paldon, Direktor SOS-Kinderdorf Faridabad

«Leider ist dies kein Einzelfall», sagt SOS-Kinderdorf-Mutter Jharna. «Tausende von Kindern werden jedes Jahr ausgesetzt, am häufigsten Mädchen. Ärmere Familien erachten sie als Belastung wegen der zu leistenden Mitgift, die bei einer Heirat an die Familie des Bräutigams zu zahlen ist. Es gibt hier viele ausgesetzte Kinder. Armut und Not überfordern die Eltern. Sie können sich nicht um die Kinder kümmern.» Jharna sorgt inzwischen für Benisha und Kavita. Bei Recherchen zur Identität der Mädchen fand sie heraus, dass die zwei einen besonderen Hindidialekt sprechen, der allerdings nur in einer mehr als 1000 Kilometer entfernten Provinz gesprochen wird. Auch der Rucksack, den die Mädchen bei sich trugen, lieferte keinen weiteren Anhaltspunkt wie Name oder Adresse. «Sie reden über ihre Familie», sagt die SOS-Kinderdorf-Mutter, «aber ich kann sie kaum verstehen. Am glücklichsten sind sie, wenn sie abends neben mir einschlafen oder mit ihren SOS-Kinderdorf Geschwistern spielen können. Dann sehe ich Benisha und Kavita endlich lächeln.»