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Mehr als 30% aller Kinder in der südafrikanischen Enklave Lesotho brechen die Schule vorzeitig ab. Ihre Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden, sind verschwindend gering, denn in Lesotho ist bereits jede dritte Person arbeitslos. Zukunft macht Schule: Ein Ausbildungsprogramm für Jugendliche ohne Schulabschluss will das ändern.

«Meine Grossmutter konnte meine Schulgebühren letztes Jahr nicht bezahlen, also bin ich von der Schule geflogen», erzählt die 16-jährige Zala mit ernster Miene. Da ihre Eltern früh verstarben, wuchs sie bei ihrer Grossmutter auf. Doch mit 74 ist diese nicht mehr arbeitsfähig und die mickrige Pension reicht kaum für Essen und Wohnung. Seit Zala nicht mehr zur Schule geht sind die Tage lang. Hin und wieder hilft sie bei Bekannten aus, doch ohne Abschluss und Ausbildung hat sie keine Chance auf eine Festanstellung. Hoffnung auf eine bessere Zukunft hatte sie bisher kaum.

Eine Ausbildung mit Perspektive

Seit Ende Februar besucht Zala eine Kurzausbildung in Informationstechnologie im lokalen Jugendzentrum in Quthing. Der ländliche Distrikt hat die zweithöchste Schulabbruchquote im Land und es gibt hier kaum Computer. Mit dem neuen SOS-Programm hat sich das geändert. 26 neue Rechner stehen im Computerraum des Jugendzentrums, gesponsert vom Computerunternehmen Acer. «Es ist toll, hier zu lernen. Wer sich mit Computern auskennt, der kriegt einen Job», weiss Zala. Auch ihre Lehrerin und Software-Ingenieurin vom lokalen Unternehmen CBS, Motlomelo Rorisang, ist begeistert: «Wenn wir wollen, dass diese Jugendlichen Arbeit finden, müssen wir sie mit den notwendigen Fähigkeiten für den modernen Arbeitsmarkt ausstatten», betont sie.

Eine zweite Chance

Genau das ist das Ziel des neuen SOS-Programms. Mittels Kurzausbildungen in fünf unterschiedlichen Fachrichtungen sollen in zwei Jahren insgesamt 500 Jugendliche ohne Schulabschluss eine zweite Chance erhalten. Nebst den 25 Jugendlichen, die derzeit in Informationstechnologie geschult werden, haben je 25 weitere Studenten ihre Ausbildung in Landwirtschaft, Bauhandwerk, Catering, Nähen und Schneidern gestartet. Für alle Komponenten arbeitet SOS-Kinderdorf mit lokalen Betrieben und Lehrern zusammen. So profitiert auch das hiesige Gewerbe.

Auch auf die Selbstständigkeit werden die Jugendlichen im SOS-Programm vorbereitet, denn aufgrund der mangelnden Anstellungsmöglichkeiten in der Region ist die Eröffnung eines eigenen Geschäfts oft die einzige Option. Darüber hinaus sind im Jugendzentrum auch Veranstaltungen zur Stärkung der Sozialkompetenzen geplant. Daran sollen alle Jugendlichen in der Region teilnehmen können, um sie untereinander zu vernetzen und eine Gemeinschaft zu kreieren. So wie Zala sollen auch sie wieder an ihre Zukunft glauben. «Ich möchte eines Tages Informatik unterrichten wie unsere Lehrerin», sagt sie heute selbstbewusst.

*Aufgrund des Coronavirus ist das Projekt derzeit geschlossen und wird sobald als möglich weitergeführt.

Inhaltsverantwortliche:

Nathalie Rutz

Ich setze mich als Verantwortliche Kommunikation für die Rechte der Kinder aus aller Welt ein.

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