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30.06.2020 Aktuelles Alle Kinderrechte Weltweit Keine Chance für Rassismus

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Diskriminierung und Rassismus sollten längst ein Relikt der Vergangenheit sein. Wie räumen wir Vorurteile aus und erziehen unsere Kinder zu weltoffenen, toleranten Menschen?

Polizeigewalt, systemischer Rassismus und die Macht von alltäglichen Vorurteilen: Die aktuellen Vorfälle in den USA haben Menschen weltweit erschüttert und auf die Strassen gezogen, um für die eigenen Rechte oder diejenigen anderer Menschen einzustehen und wütend zu verkünden: «Wir sind alle gleich». Aber wie lässt sich diese einfache und so logische Erkenntnis auch im Alltag durchsetzen?

Viel zu lange schon verteidigt rassistisches Gedankengut seinen mal mehr, mal weniger präsenten Platz in der Gesellschaft – das Problem ist keineswegs nur ein amerikanisches. Eindeutig ist: Im Gegensatz zu unserer Haut-, Haar- und Augenfarbe ist Rassismus nicht angeboren. Aber: Die Prägung erfolgt früh. Was können wir als Individuum, als Eltern, als Vorbilder tun, um Kinder früh zu sensibilisieren, gegen Vorurteile zu wappnen und mit einer riesigen Portion Weltoffenheit, Toleranz und einem Sinn für Gerechtigkeit auszustatten?

Keine Theorie ersetzt persönliche Erfahrung

Prävention und Aufklärung, zum Beispiel in der Schule sind notwendig und gut. Doch das eigene Erleben prägt Kinder viel stärker als es Lehrstoff und co. je könnten. Wer ausländische Freunde oder Freunde mit Migrationshintergrund hat, neigt oft weniger zu rassistischen Vorurteilen. Was wir kennen wird auch zum Teil unserer eigenen Identität.

Vielfalt feiern wirkt und macht Spass

Kleine Gesten und gemeinsame Erlebnisse machen einen bemerkenswerten Unterschied in der Entwicklung von Kindern. Altersgerechte Dokumentationen, Bücher und Filme, die explizit oder indirekt Toleranz fördern, sind grundsätzlich empfehlenswert. Bringen Sie Ihr Kind über Literatur, Musik, Kulinarik oder Geografie mit anderen Kulturen in Berührung. So zeigen Sie auf spielerische Art, wie bunt unsere Welt ist und können zugleich auch auf die Gemeinsamkeiten hinweisen. Online gibt es Bücherlisten, die dabei helfen, Kindern Vielfalt und Anti-Rassismus näherzubringen. Zum Beispiel hier.

Neugierde anregen und Wissensdurst stillen

Ermutigen Sie Ihr Kind, Fragen zu stellen. Ignoranz ist eine essenzielle Zutat von Vorurteilen, Neugierde und Aufklärung das beste Rezept dagegen. Nehmen Sie sich Zeit, Fragen zu beantworten, lesen Sie gemeinsam Bücher über Anti-Rassismus und schauen Sie sich gemeinsam die Weltkarte an. So erweitern Sie nebenbei auch Ihren eigenen Horizont.

Je früher Kinder für das Thema sensibilisiert werden, desto besser.

Je früher Kinder für das Thema sensibilisiert werden, desto besser.

Rassismus klar benennen und nicht verharmlosen

Thematisieren Sie es, wenn Ihnen im Alltag oder in den Nachrichten Rassismus begegnet. Gerade einfache Beispiele zeigen auch jüngeren Kindern sehr anschaulich, was Diskriminierung bedeutet, wieso dies andere Menschen verletzt und was man dagegen machen kann. In solchen Situationen nehmen Sie die Vorbildfunktion ein. Erleben Sie Unrecht in der Öffentlichkeit – beispielsweise, dass ein Mensch aufgrund seiner Hautfarbe diskriminiert wird, sprechen Sie dies an und bieten Sie der betroffenen Person Unterstützung an. Ihr Kind wird sich zukünftig sehr wahrscheinlich ein Beispiel daran nehmen.

Gemeinsam aktiv werden und ein Zeichen setzen

Informieren Sie sich, welche Anlässe oder Demonstrationen in Ihrer Gegend stattfinden. Vereine aus dem Kulturbereich, Ausstellungen, Gemeinden und weitere Institutionen rufen immer wieder Veranstaltungen ins Leben, die sich dezidiert mit dem Thema Rassismus und dem Engagement dagegen beschäftigen. Oft gibt es auch spezielle Aktionstage, die von Kindern oder für Kinder initiiert werden. Das ist die ideale Gelegenheit, das Thema altersgerecht aufzugreifen und Gleichgesinnte kennenzulernen. Nebenbei sensibilisiert es Kinder für ein gesellschaftliches Problem.

Eines ist klar: Auch diese Tipps sind nur ein Rädchen im Getriebe des Anti-Rassismus-Motors, den wir endlich und endgültig zum Laufen bringen müssen. Wir bei SOS-Kinderdorf setzen uns weltweit dafür ein, Ungleichheiten zu beseitigen und für mehr Gerechtigkeit einzutreten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Inhaltsverantwortliche:

David Becker

Wenn ich Content in Wort und Bild erarbeite, begeistert mich das grosse Ganze und berühren mich die feinen Details.

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