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08.09.2020 Aktuelles Alle Europa Schweiz Was kann ich gegen Kinderarbeit tun?

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Kaffee, Kakao, Blumen, Computer, Smartphones und Kleidung: Nicht ohne Grund können wir diese Produkte zu Tiefstpreisen kaufen! Kinder werden von Unternehmen immer noch oft als billige Arbeitskraft ausgenutzt. Wie können wir als Konsumenten Kinderarbeit bekämpfen? Hier einige Tipps:

Achten Sie auf Gütesiegel oder Produkte von Fairhandel-Organisationen!

Fairtrade International ist der Dachverband aller nationalen Fairtrade-Organisationen. Das blau-grüne Siegel ist das bekannteste Gütezeichen des Fairen Handels. Es findet sich auf Lebensmitteln (Max Havelaar), aber auch auf Blumen, Baumwollhemden, Gold, Kosmetik und Holz. Ob Kooperativen und Plantagen die fairen Kriterien einhalten, kontrolliert FLO-Cert, die Kontrollinstanz von Fairtrade. Das Label steht unter anderem für das Verbot von ausbeuterischer Kinder- sowie von Zwangsarbeit. Auch BioSuisse, naturaplan, demeter, claro fair trade, UTZ certified, fair for life und gebana stehen dafür ein, dass in ihren Produkten keine Kinderarbeit vorkommt.

Willkommen im Labeldschungel!

Sie werden schnell bemerken: Auf dem Markt wimmelt es von Labels und die Namen klingen stets vielversprechend. Diese können für Konsumierende prinzipiell eine Orientierungshilfe sein, sofern man sich ihrer Grenzen bewusst ist. Die Gütesiegel decken meist nur einen kleinen Teil der gesamten Produktion einer Firma ab. Wenn ein Unternehmen kleine Teilsortimente mit höheren Sozial- und Umweltstandards anbietet, den Hauptteil der verkauften Waren aber ohne diese Kriterien laufen lässt, nützt dies wenig. Trotzdem reicht dies bei manchen Labels aus, um Produkte damit auszuzeichnen.

Worauf muss ich achten?

Wichtig bei der Orientierung mit Hilfe von Labels ist es also, sich zu informieren, welche Aspekte ein Label abdeckt (und welche nicht) und seine Prüfmechanismen kritisch zu hinterfragen. Unabhängig überprüfte Produkte-Labels sind glaubwürdiger als firmeneigene Labels. Solche firmeneigenen Labels oder Branchenstandards zeichnen sich oft durch wenig ambitionierte Zielsetzungen, unwirksame Kontrollen und fehlende Sanktionsmechanismen aus. Hier finden Sie Infos zu Labels für Lebensmittel in der Schweiz und einen Labelguide für Kleidungsstücke von Publiceye.

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Weil die Eltern nicht genug verdienen, müssen diese beiden Mädchen Waren auf der Strasse verkaufen. Foto: Claire Ladavicius

Unterstützen Sie Gesetze, die Kinderarbeit bekämpfen!

Eine aktuelle Vorlage, die sich unter anderem mit Kinderarbeit beschäftigt ist die Konzernverantwortungsinitiative. Wird diese am 29. November vom Schweizer Stimmvolk angenommen, wären global agierende Konzerne mit Sitz in der Schweiz zukünftig verpflichtet sicherzustellen, dass sie nicht von Kinderarbeit profitieren und müssten öffentlich und transparent berichten, mit welchen Massnahmen sie dies erreichen.

Werfen Sie alte Produkte nicht vorschnell weg und setzen Sie auf Recycling!

Vor allem, wenn es um elektronische Geräte, Computer oder Handys geht, ist es sinnvoll, vor dem Kauf eines neuen Produktes zu überlegen, ob dies wirklich nötig ist. Vielleicht ist das alte Handy doch noch gut genug? Oder Sie kaufen anstatt eines neuen Gerätes ein gebrauchtes oder generalüberholtes? Dann haben Sie zumindest die Garantie, dass nicht erneut Kinderarbeit eingesetzt wird.

Kaufen Sie regionale Produkte!

Erdbeeren, Tomaten, Bohnen – vor allem im Sommer ist der Markt voll mit leckeren heimischen Produkten, sodass sich auch mal auf die Trauben aus Argentinien oder Ananas aus Brasilien verzichten lässt. Die Umwelt freut sich. Und: Wer häufig regionale Produkte kauft, spart Geld und kann sich zwischendurch das etwas teurere, aber fair gehandelte Obst aus fernen Ländern leisten.

Fragen Sie nach und schärfen Sie Ihr Bewusstsein!

Egal, ob in grossen Supermärkten oder kleinen Boutiquen: Wenn Kunden nachfragen und wissen wollen, ob zum Beispiel das Baumwollhemd mit Hilfe von Kinderarbeit hergestellt wurde, hat das durchaus seine Wirkung und je mehr Menschen dies tun, desto eher spürt auch der Verkäufer, was seinen Kunden wichtig ist – der beste Anreiz, um etwas zu ändern. Auch Gespräche im Freundeskreis, unter Nachbarn oder mit den eigenen Kindern können das Bewusstsein dafür sensibilisieren, dass wir hierzulande eng verknüpft sind mit den Menschen in der Welt und unsere Kaufentscheidungen eine grosse Wirkung haben.

Inhaltsverantwortliche:

Nicole Hardegger

Als Praktikantin Kommunikation und Marketing möchte ich Kinder und Jugendlichen weltweit die gleichen Chancen ermöglichen.

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