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09.11.2020 Aktuelles Alle Freude und Erfolg in Gorkha

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Nach den  schlimmen Erdbeben 2015 sah es für die Region Gorkha in Nepal düster aus. Aber vier Jahre des Wiederaufbaus und der Unterstützung durch SOS-Kinderdorf haben die über 400 Kinder und ihre Familien soweit gestärkt, dass sie heute keine externe Hilfe mehr brauchen.

Vor viereinhalb Jahren lief unsere Programmleiterin Erika Dittli durch die sechs Gemeinden in Gorkha, Nepal und sah ausschliesslich Trümmer. Die zwei verheerenden Erdbeben 2015 mit einer Stärke von 7.8 liessen die Bevölkerung in Angst und ohne Hoffnung zurück.

Ein schwerer Start

Neben den zwei heftigsten Erschütterungen spürten die Menschen in Nepal insgesamt 70 Nachbeben. Etliche Häuser von Familien und Kindern wurden zerstört. Erika Dittli erinnert sich: «Viele wollten ins Ausland, sie sahen keine Zukunft mehr in ihrer Gemeinde». SOS-Kinderdorf setzte sich daraufhin aktiv in den insgesamt sechs Gemeinden in Gorkha ein. Das Ziel: den hilflosen Kindern und ihren Familien wieder eine selbstständige Zukunft in ihren Heimatdörfern zu ermöglichen.

Was wurde getan?

Weiterbildungen im Bereich Agrartechniken eröffneten den Familien einen Ausweg aus der Armutsspirale und boten ein stabiles Einkommen. Denn insgesamt 70 Prozent der Familien in der Region leben von Landwirtschaft oder Tierhaltung. Statt wie zuvor den teuren und künstlichen Dünger kaufen zu müssen, bearbeiten sie ihren Boden jetzt mit natürlichen Düngemitteln  und pflanzen Gemüse in einfachen Gewächshäusern an. Weiter wurden sechs Bewässerungssysteme installiert, von denen 226 Haushalte profitieren.

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Ein SOS-Mitarbeiter Nepal mit einer Anwohnerin in einem Gewächshaus in Gorkha. Foto: SOS-Kinderdorf Nepal.

Der Erfolg kann sich sehen lassen: Die Erzeugnisse erhöhten sich innerhalb von vier Jahren um ein Viertel  und von der neuen Vielfalt von Gemüse und Früchten profitiert das ganze Dorf am lokalen Markt. Den Vertrieb der Produkte steuert nun eine Frauenverband, welcher die Finanzen gerecht verteilt und Überschüsse in den Kinderschutz investiert. Zusätzliche Sicherheit bietet die Versicherung von Tieren wie Rindern bei der Stadtverwaltung. Früher bedeutete der Tod eines Tieres oft den Ruin der betroffenen Familie, woran schlussendlich ihre Kinder am meisten litten.

Jedes Kind hat eine Stimme und Rechte

Ein besonders grosser Erfolg ist die Sensibilisierung zu Kinderrechten. Die Stadtverwaltung von Gorkha hat nun sogar ein eigenes Budget für Kinderschutz angelegt. Zusätzlich erhielten die Schüler*innen Schulmaterial und die Schulabbrecherquote konnte durch die verschiedenen Massnahmen von 16 auf 5 Prozent gesenkt werden. Für die vier neu gebauten Kitas wurden die nötigen Materialen geliefert und Betreuer*innen geschult.

Freude und Erfolg in Gorkha. SOS-Kinderdorf Schweiz

Die Bewohner*innen sind neuen Mutes und Tatendrangs. Foto: SOS-Kinderdorf Nepal.

Nach nun vier Jahren zieht sich SOS-Kinderdorf aus Gorkha zurück. Die Familien aus den sechs Dörfern sind selbstständig, bieten ihren Kindern Schutz und Betreuung und sind in der Lage, sie zur Schule zu schicken.  Erika Dittli blickt gerne auf die emotionale Übergabefeier zurück, die aufgrund der Coronapandemie leider virtuell stattfinden musste. «Alle Beteiligten freuen sich über den vollen Erfolg des Projekts und die hoffnungsvollen Gesichter der Kinder und Familien.»

Inhaltsverantwortliche:

Nicole Hardegger

Als Praktikantin Kommunikation und Marketing möchte ich Kinder und Jugendlichen weltweit die gleichen Chancen ermöglichen.

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