To the top button

15.04.2021 Aktuelles Alle Weltweit Gaming: 5 Risiken und Nebenwirkungen

  • Kategorien
  • Region

Gaming ist nicht nur Unterhaltung, es birgt auch Risiken für Kinder und Jugendliche, die nicht von der Hand zu weisen sind. Wir beleuchten die grössten Gefahren und geben praktische Tipps für Erziehungsberechtigte. 

1. Cybermobbing: Online genauso schlimm

Leider hat das Mobbing vom Pausenhof auch in der digitalen Welt Einzug gehalten. Belästigung, Beleidigung und Bedrohung in Chats, Nachrichten und Foren sind leider keine Seltenheit. Die gewünschte Flucht aus der Realität und die sichere Anonymität stellen sich dann als trügerisch heraus. Stellen Sie Stimmungsschwankungen fest, erkundigen Sie sich bei Ihrem Kind. Klären Sie es präventiv auf, dass es sich auch online nichts gefallen lassen muss. Wird ein Kind Opfer von Cybermobbing, gibt es je nach Fall und Zusammenhang verschiedene Möglichkeiten. Blockieren und melden Sie aggressive, beleidigende Benutzer. Kontaktieren Sie Betreiber oder Verantwortliche von Websites oder Apps, um unangemessenes Verhalten zu ahnden. Auch die Löschung des eigenen Accounts kann in besonders gravierenden Fällen Abhilfe verschaffen. Besprechen Sie dieses Thema offen mit dem Kind, damit es sich Ihres Rückhalts sicher sein kann. 

2. Verstecktes Risiko: Mikrotransaktionen 

Free2Play-Games, also dem Namen nach Gratisspiele, dominieren insbesondere in den App-Stores von Apple und Google den Markt. Das Perfide an den scheinbar kostenlosen Games sind die meist optionalen, aber umso verlockenderen Käufe, die nach dem Herunterladen möglich sind. Ansprechend gestaltet werden diese oft so in Spiele eingebaut, dass sie gezielt die Belohnungssysteme von Kindern und Jugendlichen ansprechen. In vielen Fällen ist für die Bezahlung eine Kreditkarte nötig, daher sollten Sie diese gut geschützt aufbewahren, um unliebsame Überraschungen bei der Abrechnung zu vermeiden. Eine gute Idee ist ein monatliches Gaming-Budget. So vermitteln Sie Kindern früh ein Bewusstsein für den Umgang mit Geld und geben ihnen eine gesunde Portion Eigenverantwortung.  

3. Gaming: Spielsucht

Die Aufnahme von Gaming in die Kategorie «Störungen aufgrund von Suchtverhalten» durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat unter Experten für lebhafte Diskussion, unter Eltern für Unsicherheit und unter Jugendlichen für vielfach genervtes Kopfschütteln gesorgt. Die grosse Mehrheit der jugendlichen Gamer spielt viel und gerne. Die Grenze zwischen leidenschaftlichem Hobby und krankhafter Sucht ist für Eltern oft schwer zu erkennen. Von Sucht sprechen Experten erst, wenn das Spielen andere Bereiche des täglichen Lebens massiv einschränkt und das Verhalten sich trotz dieser Entwicklung monatelang nicht ändert. In diesen Fällen ist es ratsam, professionelle Beratung einzuschalten. 

Prävention und Sensibilisierung sind die beiden Stichworte zu Risken beim Gaming.

Prävention und Sensibilisierung sind die beiden Stichworte zu Risken beim Gaming.

4. Schädliche Software 

Ältere Kinder und Jugendliche sind in diesem Bereich meist ebenso informiert wie ihre Eltern. Bei jüngeren Kindern lohnt sich aber die Sensibilisierung für Viren und Malware, die sich gerne auf PC und Handy einnisten und unbemerkt Schaden verursachen. Installieren Sie bewährte Antivirenprogramme auf allen Geräten, mit denen Sie oder die Kinder auf das Internet zugreifen. Vor allem sensibilisieren Sie die Kinder für dieses Thema. Bei ungewünschten Downloads, unerklärlichen Fehlern oder Meldungen sollten die Kleinen direkt auf Sie zukommen. Eine gesunde Skepsis im Umgang mit und beim Besuch des Internets kann man gar nicht früh genug fördern. 

5. Augen auf beim Datenschutz

Bei der Anmeldung vieler Games ist es möglich oder erforderlich, persönliche Daten anzugeben. Das reicht von E-Mail-Adresse über Geburtsdatum bis hin zur vollständigen Adresse. Die bereits oben angesprochenen Free2Play-Spiele arbeiten zudem oft mit Drittanbietern zusammen, die für die Teilnahme an Bonusaktionen Prämien oder die Fantasie-Währung des jeweiligen Spiels versprechen. Der Preis: Oft müssen hier zahlreiche Daten angegeben werden, man landet unfreiwillig im Pool von Marktforschungsinstituten oder schliesst kostenpflichtige Abonnements ab. Vermitteln Sie Ihren Kindern in diesem Fall das, was auch in der realen Welt gilt – Fremde gehen deine persönlichen Daten nichts an. Im Zweifelsfall können sie auf Sie zukommen. 

 

Sie haben weitere Fragen oder benötigen konkrete Beratung? Das Informationsportal Jugend und Medien bietet Ihnen weitere Informationen. Wie wir das positive Potenzial von Gaming und den zugehörigen Communities für einen guten Zweck aktivieren möchten, lesen Sie bei unserer Aktion Gaming for Good. 

Inhaltsverantwortliche:

David Becker

Wenn ich Content in Wort und Bild erarbeite, begeistert mich das grosse Ganze und berühren mich die feinen Details.

Zur Person
zurück