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10.08.2021 Aktuelles Alle SOS-Kinderdorf Schweiz Schweiz Marco Wölfli erzählt: «Meine Jungs haben mich überrundet»

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Im Lauf seiner Fussballkarriere hat unser Botschafter Marco Wölfli die Bedeutung von Teamwork, Ehrgeiz und Zuverlässigkeit erfahren. Werte, die er als Vater auch seinen beiden Buben weitergeben möchte. Für den Blog von SOS-Kinderdorf vertauscht er die Rollen und erzählt, was ihm seine Kinder über die Welt beigebracht haben.

Wie hattest du dir deine Vaterrolle vorgestellt, bevor du Kinder hattest?

Marco Wölfli: Ich hatte es mir etwa so vorgestellt, wie es heute ist: sehr schön, voller Liebe aber auch sehr intensiv. Als Vater willst du nur das Beste für deine Kinder, ihnen ein Vorbild sein und ihnen die richtigen Werte mit auf den Weg geben: Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Humor, Selbstvertrauen. Das ist eine tägliche Herausforderung.

Was hast du seither von deinen Kindern gelernt?

Marco Wölfli: Sehr viel. Insbesondere die kindliche Zuversicht, mit der sie durchs Leben gehen, ist etwas, das mich immer wieder inspiriert. Wenn ich früher einen schlechten Match hatte, oder sogar als mein Vater gestorben ist, haben es meine Kinder immer wieder geschafft, mich zu motivieren und zum Lachen zu bringen. Auch der Spieltrieb und das Strahlen ist etwas, das bei Erwachsenen oft verloren geht und wo wir viel von unseren Kindern lernen können.

Womit haben dich deine Kinder am meisten überrascht?

Marco Wölfli: Es ist immer wieder unglaublich, wie schnell Kinder lernen. Einer meiner Jungs spielt Klavier und der andere fährt ferngesteuerte Autos. Im Handumdrehen haben sie mich dabei regelrecht überrundet.

Gab es schon Fragen von deinen Kindern, auf die du keine Antwort hattest?

Marco Wölfli: Ja, das gab es schon öfters. Zum Glück gibt es heute Google und auch eine Rücksprache mit meiner Frau ist oft erhellend. Natürlich möchte man als Eltern auf alles eine Antwort haben, aber es ist auch wichtig, dass die Kinder lernen damit umzugehen, wenn es auf eine Frage keine klare Antwort gibt.

Inwiefern hat sich deine Sicht auf die Welt verändert, seit du Kinder hast?

Marco Wölfli: Im Normalfall werden wir von unseren Kindern «überlebt» und wollen ihnen ein schönes Leben hinterlassen. Ich versuche, mich daher heute noch nachhaltiger zu verhalten. Das fängt bei kleinen Dingen an, wie eigene Taschen zum Einkaufen mitzunehmen oder dem Konsumzwang nicht immer nachzugeben und nicht immer das Neuste haben zu müssen. Das will ich meinen Kindern auch mit auf den Weg geben.

Wie unterscheidet sich Papa Marco von Fussballexperte Marco?

Marco Wölfli: Zum Leidwesen meiner Frau spiele ich auch zuhause hin und wieder den Experten, auch wenn ich längst nicht alles weiss. Aber für seine Kinder will man natürlich der Experte sein. Das mache ich aber oft mit Humor. Als Papa und als Fussballexperte versuche ich immer ehrlich und zuverlässig zu sein und gute Antworten parat zu haben.

Finden es deine zwei Jungs toll, einen bekannten Papa zu haben?

Marco Wölfli: Das ist schwierig zu sagen, ich weiss auch nicht immer, was in ihren Köpfen vorgeht. Mit meiner Bodenständigkeit versuche ich ihnen auf jeden Fall vorzuleben, dass jeder Mensch gleich wichtig ist, egal ob er berühmt ist oder nicht, reich ist oder arm und man jeden gleich behandeln muss. Schlussendlich ist es meinen Kindern sicher wichtiger, dass ich ein guter Vater bin.

Spielt ihr zusammen Fussball oder was für andere Aktivitäten macht ihr gemeinsam?

Marco Wölfli: Ab und zu spielen wir bei uns im Garten Fussball, aber keiner meiner Jungs ist im Fussballverein. Sie haben ganz unterschiedliche Hobbies: Unihockey, ferngesteuerte Rennautos, Klettern. Heute, wo viele Aktivitäten digital am Handy oder am Computer laufen, finden meine Frau und ich es wichtig, dass sie auch draussen spielen, sich bewegen und verschiedene Dinge ausprobieren.

Welche Rolle ist auf dem Familienspielfeld am meisten gefragt: Captain, Trainer oder Schiedsrichter?

Marco Wölfli: Ein bisschen von allem und mehr. Da gibt es auch noch den Familienphysiotherapeut und den Familienmateriallieferant. Das Wichtigste ist aber wie auf dem Spielfeld: Dass man ein Team ist, in dem jeder gleich wichtig ist. Damit es dabei harmoniert, sind Liebe und Teilen oberstes Gebot. Was nicht heisst, dass es keinen Streit gibt. Das gehört auch dazu. Aber allen muss klar sein, dass man am Schluss aufeinander zählen kann.

Inhaltsverantwortliche:

Nathalie Rutz

Ich setze mich als Verantwortliche Kommunikation für die Rechte der Kinder aus aller Welt ein.

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