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07.09.2021 Aktuelles Alle Lateinamerika Patenschaft spenden: «Chancen beim Schopf packen»

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Patenschaft-Spenden ermöglichen es SOS-Kinderdorf, nachhaltig zu arbeiten. Die Begünstigten sind Kinder und Jugendliche wie Eva aus Nicaragua.

Die heute 23-jährige wuchs im SOS-Kinderdorf in Estelí auf und absolviert derzeit ihre Assistenzzeit als angehende Ärztin im dortigen Spital.

Patenschaftsbericht von Eva

«Kurz nach meiner Geburt 1997, besser gesagt mit nur elf Monaten, habe ich meine Eltern verloren. Das weiss ich aber nur aus Erzählungen, selbst habe ich gar keine Erinnerung mehr daran. Zum Glück fanden meine vier Geschwister und ich schnell ein neues Zuhause im SOS-Kinderdorf in Estelí. Und was mindestens ebenso wichtig ist: eine liebevolle Pflegemutter, wie ich mir eine bessere nie hätte wünschen können. Meine ersten richtig lebendigen Erinnerungen habe ich an meine Einschulung. Mit sechs Jahren stand mein erster Schultag an der Hermann-Gmeiner-Schule an, und ich weiss noch genau, wie aufgeregt ich war. Neue Freunde, ein neues Umfeld und neue Erfahrungen. Die Eingewöhnung fiel mir dann ausgesprochen leicht. Lernen hat mir von Anfang an grosse Freude bereitet, das fiel auch meinen Lehrern und Lehrerinnen auf.

Mit Vorsatz in die Zukunft

Als ich 13 war, hatte ich zwar noch keine genaue Vorstellung davon, was ich einmal werden will, aber einen Vorsatz habe ich schon damals mit unglaublicher, aus heutiger Sicht fast naiver Überzeugung gefasst: Ich möchte später eine Expertin werden, in dem was ich tue. Und ich will etwas tun, das auch der Gemeinschaft zugutekommt. Ich hatte bereit sehr früh das Bedürfnis, etwas von dem, was SOS-Kinderdorf mir geschenkt hat, an andere weiterzugeben.

Nachdem ich meine Matura erworben hatte, war mir klar, wie es für mich weitergehen sollte: mit dem Studium der Medizin. Ich habe mich an der Universität León beworben und wurde tatsächlich akzeptiert. Fünf Jahre lang habe ich Bücher gewälzt, Begriffe auswendig gelernt und Krankheitsbilder gepaukt, bis ich 2019 meinen Abschluss in Allgemeinmedizin feiern konnte.

Eva ist im SOS-Kinderdorf Estelí aufgewachsen und ist für ihre Assistenzzeit dorthin zurückgekehrt.

Eva ist im SOS-Kinderdorf Estelí aufgewachsen und ist für ihre Assistenzzeit dorthin zurückgekehrt.

Rückkehr in die Heimat

Nach dem anspruchsvollen Studium bin ich nach Estelí zurückgekehrt, wo ich aktuell meine Assistenzzeit am San Juan de Dios-Spital leiste. Es ist schön, wieder mehr Zeit in meiner Heimat zu verbringen. In den kommenden zwei Jahren möchte ich gerne einen Sozialdienst im Gesundheitswesen leisten, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Ich weiss allerdings schon, wo ich mich spezialisieren möchte – die Innere Medizin. Diese Fachrichtung hat es mir angetan und es macht mich so glücklich, dazu beizutragen, dass es anderen Menschen besser geht.

Ich bin einfach unendlich dankbar für meine Zeit im SOS-Kinderdorf, die mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin. Die liebevolle Erziehung von mir und meinen Geschwistern und die gute Ausbildung dort haben mir mein jetziges Leben erst ermöglicht. Zu meiner SOS-Pflegemutter habe ich auch heute noch eine sehr enge Beziehung. Ich habe auf jeden Fall gelernt, dass es wichtig ist, die Chancen zu nutzen, die sich dir im Leben bieten.»

Patenschaft spenden: nachhaltig helfen

Dieser Bericht von Eva wurde ursprünglich als Patenbericht an unsere bestehenden Paten verschickt. Möchten auch Sie zweimal jährlich den Erfahrungsbericht eines aktuellen oder ehemaligen Begünstigten lesen? Schliessen Sie jetzt eine Patenschaft ab oder verschenken Sie diese an Freunde oder Familie. Mit Ihrem Engagement machen Sie Geschichten wie die von Eva möglich.

Inhaltsverantwortliche:

David Becker

Wenn ich Content in Wort und Bild erarbeite, begeistert mich das grosse Ganze und berühren mich die feinen Details.

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