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15.04.2024 Aktuelles Alle Weltweit Vertrauen ist die stabilste Währung

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Von Geburt an emotionalen Rückhalt zu haben und im eigenen Sein auf stabile Beziehungen zählen zu können, ist besonders für Kinder und Jugendliche eine wichtige Stütze. Eine Stütze, die im besten Fall ihre Zukunft prägt und ihre Fähigkeit stärkt, auch im Erwachsenenleben gesunde Beziehungen zu pflegen. Deswegen fördert SOS-Kinderdorf in den Projekten einen liebevollen Umgang miteinander und gewährleistet, dass Kinder in fürsorglichen, familiären Verhältnissen aufwachsen.

Vertrauensvolle Bindungen sind für eine glückliche Kindheit und ein stabiles Aufwachsen unverzichtbar. Wenn Vertrauen enttäuscht wird, Kinder Vernachlässigung oder verschiedene Formen von Gewalt erfahren, hat dies verheerende Folgen. Frau Dr. Barbara Steck, Psychoanalytikerin und Familientherapeutin, erklärt: «Kinder können dann psychosomatische Symptome wie Ess- oder Schlafstörungen und Schmerzen entwickeln, Entwicklungsverzögerungen und Beziehungsstörungen aufweisen, unter emotionalen Problemen oder unter Beeinträchtigungen von Aufmerksamkeit und Lernprozessen leiden.» Symptome, die sich unbehandelt bis ins Erwachsenenleben hinein auswirken und in schweren Fällen auch die Beziehungsfähigkeit beeinträchtigen. Um in diesem Bereich Prävention und Wiederaufbau von Vertrauen zu leisten, gilt es, Familien zu stärken und Kinder zu unterstützen. Dafür setzt SOS-Kinderdorf in der Programmarbeit auf psychosoziale Begleitung, die Förderung von Kinderrechten und die Sensibilisierung der Eltern. Im nepalischen Bharatpur werden Kinder aus problembelasteten Familien von ausgebildeten Fachpersonen begleitet. Zudem haben sie die Möglichkeit, sich als Teil von Kinderschutzkomitees oder -clubs zu Promotor:innen, also Fürsprecherinnen und Fürsprecher für Kinderrechte, auszubilden. Das stärkt ihr eigenes Selbstbewusstsein und befähigt sie zugleich, Gleichaltrige zu unterstützen und zu stärken. Und nicht zu unterschätzen: Sich der eigenen Rechte bewusst zu sein und die Erfahrung zu machen, etwas zu bewirken, fördert das Vertrauen in die Gemeinde und die Gesellschaft. Die gute Nachricht ist: Es ist nie zu spät, Vertrauen wieder aufzubauen und die Bindungssicherheit von Kindern und Jugendlichen zu stärken. «Betroffene Kinder und Jugendliche können mit engagierten Betreuungspersonen neue Beziehungserfahrungen machen», erklärt Dr. Barbara Steck dazu.

«Für mich ist es die Fähigkeit, anderen Menschen vollkommen zu vertrauen und alles mit
ihnen teilen zu können.» Rasmika aus Nepal (12, links im Bild) beschreibt, was Vertrauen für sie bedeutet.

Dieses Ziel, also Vertrauen wieder aufzubauen und zu stärken, verfolgen auch die Massnahmen im Familienstärkungsprogramm in Estelí in Nicaragua. Hier lernen Eltern in Kursen über positive Erziehung, Konflikte friedlich zu lösen, liebevoll und gewaltfrei mit ihren Kindern umzugehen, ihre Kinder ernst zu nehmen und sie während der Pubertät zu begleiten. Das beinhaltet auch, sensible Themen offen zu besprechen, Tabus zu brechen und durch verständnisvolle Gespräche eine solide Vertrauensbasis zu schaffen. Auch die Väter werden dabei in die Pflicht genommen. In Workshops hinterfragen sie die traditionelle Rolle von Männern in der Familie, in der Partnerschaft und in der Gesellschaft. Das Ziel: einen fürsorglichen und offenen Umgang mit den eigenen Kindern und der Partnerin zu gewährleisten.

Selbstvertrauen für die Selbstständigkeit

Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die Zukunft nimmt eine zentrale Rolle des Berufsbildungsprojekts von SOS-Kinderdorf im lesothischen Leribe ein. Dort erhalten junge Erwachsene nicht nur eine fundierte Basis für den Einstieg in die Arbeitswelt, sondern werden auch in Lebenskompetenzen gefördert. «Ziel dieser Schulungen ist es, ihnen über ihre berufliche Spezialisierung hinaus die Fähigkeiten an die Hand zu geben, die sie für ein unabhängiges Leben als selbstbewusste Erwachsene benötigen» , erklärt Maria Luisa Macieira Légeret, Programmverantwortliche für Lesotho, diese Ergänzung der Ausbildung. Auch in der Schweiz besteht in dieser Hinsicht Handlungsbedarf. Careleaver:innen, also junge Menschen, die zumindest einen Teil ihrer Kindheit in alternativer Betreuung verbracht haben, sind mit ihrer Volljährigkeit häufig vom einen auf den anderen Tag ganz auf sich gestellt und können auf kein vertrautes, beratendes Umfeld zurückgreifen. Leider fällt es den jungen Menschen bei immer wieder wechselnden Bezugspersonen schwer, immer wieder neu Vertrauen zu fassen. Ein Careleaver, der anonym bleiben möchte, berichtet: «Ich verliess das Heim und hatte eigentlich keine Ahnung. Da war niemand, den ich schnell anrufen und um Rat bitten konnte; was zum Beispiel eine Nebenkostenabrechnung ist und wieso ich die nachbezahlen muss.»

Hier setzt das von SOS-Kinderdorf seit 2023 pilotierte Projekt CAREer an. Als Anschlusslösung bietet es betroffenen jungen Erwachsenen freiwillige, niederschwellige und kostenlose Unterstützung, die sich individuell an ihren Bedürfnissen und Erfahrungen orientiert. Sujata Wölfli, Projektleiterin von CAREer, betont: «Es geht dabei auch darum, Vertrauen wieder aufzubauen und zu zeigen, dass es in Ordnung ist, sich wieder Hilfe zu holen, und die Türen jederzeit offenstehen.» Durch Begleitung und Unterstützung bei der (Neu-)Orientierung auf dem Arbeitsmarkt und zu offenen Fragen rund um Recht, Wohnen und Leben will CAREer gemeinsam mit Partnern jungen Erwachsenen mit Unterstützungsbedarf den Weg in die Selbstständigkeit ebnen und zugleich Vertrauen in sich und andere herstellen. Sujata fasst zusammen: «Wir möchten gemeinsam mit den Personen herausfinden, was die beste Lösung für sie ist. Sie sollen Selbstwirksamkeit erleben und die Stärken finden, die sie ausmachen.»

Vertrauen stärken und Ideen schaffen

Neben vertrauensfördernden Massnahmen innerhalb von SOS-Kinderdörfern und Familienstärkungsprogram-men ist auch das Vertrauen zwischen dem Programmteam in der Schweiz und den Mitarbeitenden der Projekte in den Fokusländern entscheidend. Diesem Zweck dienen sogenannte Monitoringreisen, die je nach Projekt und sofern es die Umstände erlauben mindestens einmal jährlich stattfinden. Erika Dittli, Leiterin Programme bei SOS-Kinderdorf Schweiz, erklärt: «Papier ist geduldig, der reale Abgleich ist deshalb ein Muss. Durch die Besuche halten wir auch die Nähe und sehen, was vor Ort tatsächlich passiert.» Um die angemessene und effiziente Verwendung der Spendengelder und die Arbeit der lokalen Mitarbeitenden zu prüfen, gibt es verschiedene Werkzeuge, auf die Programmverantwortliche wie Erika zurückgreifen. Neben der Buchhaltung, den Projektberichten und den Dossiers der Programmteilnehmenden erachtet sie besonders die Dreiecksmethode als hilfreich: «Dabei stelle ich mehreren Menschen die gleichen Fragen und prüfe diese dann auf Einheitlichkeit oder etwaige Widersprüche.»

Mindestens ebenso wie der Kontrolle dienen die Monitoringreisen jedoch auch der Pflege von Beziehungen, dem gemeinsamen Austausch und dem wechselseitigen Vertrauensaufbau. Für die Entwicklung eines Programmes und eine nachhaltige Zusammenarbeit ist Vertrauen von entscheidender Bedeutung. Umso grösser dieses ist, desto ausführlicher, konstruktiver und ehrlicher gestaltet sich auch der Aus-tausch, nicht nur mit den Mitarbeitenden, sondern auch mit den Programmteilnehmenden. Daraus ergeben sich im besten Fall neue Impulse, wie beispielsweise vor einigen Jahren in Kelafo. Beim dortigen Programm ergab sich im Gespräch während einer Monitoringreise, dass keine traditionell von Frauen bevorzugten Ausbildungen angeboten wurden. Erika erzählt: «Diese Lücke konnten wir durch die Erweiterung um Coiffeure- und Henna-Tattoo-Ausbildungen schliessen. Das ist für mich das eigentlich Bereichernde der Monitoringreisen. Mitarbei-tende lernen von uns, wir lernen von ihnen, und entwickeln uns so gemeinsam weiter. Die Programmteilnehmenden schätzen das Interesse an ihrem Leben sehr. Für sie ist das zugleich Ego- und Motivationsschub. Und für uns ist es eine sichtbare Bestätigung, dass unsere Arbeit und unser Engagement wirkt und nachhaltig Veränderungen herbeiführt.»

Was meinst du, Davies?

Davies, 6 Jahre, aus dem Familienstärkungs-programm in Matagalpa, Nicaragua.

Davies, 6 Jahre, aus dem Familienstärkungsprogramm in Matagalpa, Nicaragua.

Was bedeutet Vertrauen für dich? Über alles zu reden, was mit mir passiert und was ich denke.
In welchen Momenten vertraust du anderen? Wenn ich traurig bin, oder beim Einkaufen, wenn ich mir neue Anziehsachen aussuchen darf.
Was lässt dich anderen Menschen vertrauen? Dass ich sie mag und sie mich lieb behandeln.
Wem vertraust du am meisten und warum? Meiner Schwester und meiner Mutter, weil ich mich bei ihnen sicher fühle.
Hast du jemals eine Situation erlebt, in der dein Vertrauen gebrochen wurde? (grinst) Mit meiner Mutter. Ich habe sie mal gefragt, was in einem Buch steht. Sie hat mir etwas gesagt, dann habe ich meine Schwester dasselbe gefragt, und sie hat etwas anderes gesagt.

Inhaltsverantwortliche:

David Becker

Wenn ich Content in Wort und Bild erarbeite, begeistert mich das grosse Ganze und berühren mich die feinen Details.

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