Spenden gegen Hunger und für satte Kinder

29.08.2025 Gesundheit

Ein Kind hungrig ins Bett zu schicken, ist kein schönes Gefühl. Aber viele Eltern weltweit müssen dies täglich aushalten. Gemeinsam können wir etwas gegen Hunger tun.

Warum vor allem Kinder unter Hunger leiden

Weltweit leiden rund 181 Millionen Kinder bis fünf Jahren unter schwerer Ernährungsarmut – ein Problem, das nicht bei einem leeren Magen aufhört. Mangelernährung schwächt Kinder, hemmt ihr Wachstum und raubt ihnen die Aufmerksamkeit in der Schule. Es verhindert von vornherein, dass sie sich langfristig aus dieser Lage befreien und ein selbstbestimmtes Leben aufbauen können. Hunger ist immer die Folge von gleichzeitigen und strukturellen Krisen. In Ländern, die politisch instabil sind oder extremes Wetter erleben, hat sich die Ernährungslage in den letzten Jahren weiter verschlechtert. Dürren vernichten Mais- und Gemüseernten. Wenn kein Regen fällt, können Ernten komplett ausbleiben. Infolgedessen wissen viele Familien nicht, ob und was sie am nächsten Tag essen können.

Häufig sind es leider Kinder, die hungern. Ein Grund dafür: Die systematische Benachteiligung der Frauen, bei denen sie aufwachsen. Sie dürfen nicht über die Ressourcenverteilung entscheiden und haben oft kein eigenes Einkommen. Zudem haben sie weniger Zugang zu Bildung und werden früh schwanger. So entsteht eine ganze Bevölkerung, die chronisch unterversorgt ist und in den meisten Fällen auch bleibt. Denn wer arm und benachteiligt ist, hungert und wer hungert, bleibt arm und benachteiligt. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen und Kinder vor Hunger zu schützen, ergreifen wir in unseren Projekten verschiedene Massnahmen. Dabei achten wir darauf, dass benachteiligte Familien nicht nur kurzfristig versorgt, sondern mit Strategien und Kompetenzen ausgestattet werden, die Hunger langfristig verhindern.

Dieses Projekt hilft, folgendes UN-Nachhaltigkeitsziel zu erreichen:

SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen

In Kelafo, einer ländlichen Region im Osten Äthiopiens, kämpfen viele Familien ums Überleben. Wiederkehrende Dürren und Überschwemmungen haben Ernten zerstört, Viehbestände vernichtet und die Lebensgrundlagen der Menschen ausgehöhlt. Im Rahmen eines SOS-Kinderdorf-Programms haben wir 331 Mädchen und Jungen auf Mangelernährung untersucht. Zwölf der Kinder waren stark unterernährt und erhielten umgehend eine spezielle Behandlung, um sie wieder aufzupäppeln. In Schulungen lernten Eltern und Betreuungspersonen, wie man nährstoffreiche Mahlzeiten zubereitet und worauf es bei einer ausgewogenen Ernährung ankommt. Gleichzeitig haben wir die wirtschaftliche Grundlage der Familien gestärkt: In Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsamt wurden Trainings angeboten, in denen es darum ging, welche Methoden und Nutzpflanzen sich für den Anbau eignen. Dank sparsamer Bewässerung und Bodenbedeckung mit Pflanzenmaterial kann die Bäuerin im Bild seitdem Bananen, Auberginen und Zwiebeln ernten. Indem der Boden mit Stroh, Blättern und Kompost bedeckt wird, ist der vor Schädlingen besser geschützt und absorbiert mehr Nährstoffe. Ausserdem kann er die Feuchtigkeit so besser speichern. 300 Mütter und Väter erfuhren zudem, wie sie ihre Produkte lagern und vermarkten können. So erzielen sie mehr Einkommen und können ihre Kinder dauerhaft besser versorgen.

Auch in Nicaragua packen wir die Ursachen von Hunger an der Wurzel an. Dabei hat sich das lokale Team im vergangenen Jahr auf zwei zentrale Herausforderungen konzentriert: den schlechten Zugang zur Gesundheitsversorgung und die geringen Einkommenschancen. Im Jahr 2024 haben drei Gesundheitsmessen stattgefunden, bei denen sich rund 450 Menschen über Krankheiten, Ernährung und medizinische Angebote informieren konnten. Kinder wurden auf ihre Grösse, ihr Gewicht und ihre Entwicklung hin untersucht. Bei Bedarf erhielten sie umgehend medizinische Versorgung. Ausserdem wurden Frauen unterstützt, die kleine Unternehmen führen. Drei Mütter, die Essen zum Mitnehmen verkaufen oder Hühner züchten, verdienen dank der beruflichen Beratung seitens SOS nun mehr. Das zusätzliche Einkommen kommt nicht nur ihren Kindern zugute, sondern stärkt auch das Selbstvertrauen und die Eigenständigkeit der Frauen. Familien, die besonders dringend Hilfe brauchen, haben zudem Lebensmittel und Schulmaterial erhalten, damit ihre Kinder nicht hungrig zur Schule gehen müssen und sich aufs Lernen konzentrieren können. 

Eine Gruppe Frauen hält sich gut gelaunt an den Händen.

Ihre Spende gegen Hunger: langfristig wirksam

In unserer Programmarbeit verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der akute Not mindert und langfristige Lösungen bietet. Das erreichen wir, indem wir Familien Kleinkredite ermöglichen und ihre Einkommenssituation verbessern. Kinder erhalten regelmässige Mahlzeiten in der Schule und werden durch lokale Anbauprojekte und Schulungen für Eltern gesund ernährt. In schwierigen Situationen stehen wir benachteiligten Familien mit Nahrungsmittelpaketen, medizinischer Versorgung und psychologischer Unterstützung zur Seite. Die Arbeit von SOS-Kinderdorf gegen Hunger trägt zu mehreren Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung bei. Dazu gehören der Einsatz gegen Armut, der Einsatz für gute Gesundheitsversorgung, Bildung und menschenwürdige Arbeit sowie die Stärkung von Frauen. Denn Gründe, warum Teller leer bleiben, gibt es viele. Und für die Lösung der Problematik nicht das eine passende Erfolgsrezept. Indem Kinder ausreichend Nahrung, Schutz und Förderung erhalten, wächst eine Generation heran, die ihre Zukunft selbst gestalten und so aus dem Teufelskreis des Hungers ausbrechen kann. 

 

Inhaltsverantwortlich:

Julia Ronnacker

Praktikantin Kommunikation

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