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Kinderschutz

Der Schutz der Kinder und Jugendlichen steht für SOS-Kinderdorf an oberster Stelle. Wir unternehmen unser Möglichstes, um diesen zu gewährleisten.

Als international tätige Organisation, die mit Kindern arbeitet, die ihre elterliche Fürsorge verloren haben oder von deren Verlust bedroht sind, hat Kinderschutz für SOS-Kinderdorf oberste Priorität.

SOS-Kinderdorf duldet keine Form von Missbrauch, Ausbeutung, Vernachlässigung oder Verletzung der Privatsphäre und Rechte eines Kindes. Wir verpflichten uns, für jedes Kind, das wir mit unseren Programmen erreichen, eine fürsorgliche und schützende Umgebung zu schaffen.

Unsere Kinderschutz-Massnahmen
Um den Kinderschutz in unseren weltweit rund 3’000 Projekten zu verankern, haben wir eine Fülle von Massnahmen ergriffen:

  • Es bestehen strikte Kinderschutzrichtlinien, die auf vier zentrale Handlungsbereiche fokussieren: Bewusstsein, Prävention, Berichterstattung und Reaktion.
  • In allen Ländern, in denen wir tätig sind, befähigen wir Mitarbeitende, Kinder, Jugendliche und Familien dazu, Anzeichen von Missbrauch zu verhindern, zu erkennen und zu melden.
  • In gezielten Weiterbildungen werden gewaltfreie Konfliktlösung gelehrt und schädliche kulturelle Praktiken thematisiert.
  • Für die Kinder gibt es Vertrauenspersonen und anonyme Online-Kanäle, wo sie Vorfälle melden können.
  • Jede Meldung im Bereich Kinderschutz wird sorgfältig bewertet. Auf der Grundlage dieser Bewertung werden konkrete Massnahmen beschlossen und umgesetzt.
  • Jedes Jahr erstellt das Child Care and Safeguarding Team von SOS-Kinderdorf International einen Bericht über die Kinderschutzaktivitäten der Organisation, Vorfälle und Empfehlungen aus dem vergangenen Jahr (siehe Informationen & Downloads rechts).

Bei all den Massnahmen arbeiten wir nach der UN-Konvention über die Rechte des Kindes und den Richtlinien für die alternative Betreuung von Kindern.

Kinderschutzüberprüfung

Eine von SOS-Kinderdorf International bei der renommierten Kinderschutzorganisation Keeping Children Safe in Auftrag gegebene, externe Überprüfung hat 2021 festgestellt, dass es trotz der umfassenden Bemühungen zu Versäumnissen im Bereich Kinderschutz gekommen ist. Als sofortige Reaktion auf diesen Bericht hat das höchste Aufsichtsgremium von SOS-Kinderdorf International – der Internationale Senat – eine Sonderkommission zur Aufarbeitung der Vorfälle eingesetzt und einen Aktionsplan zur Stärkung des Kinderschutzes verabschiedet.

 

Symbolbild Kinderschutz

Eine von SOS-Kinderdorf International bei der renommierten Kinderschutzorganisation Keeping Children Safe in Auftrag gegebene, externe Überprüfung hat 2021 festgestellt, dass es trotz der umfassenden Bemühungen zu Versäumnissen im Bereich Kinderschutz gekommen ist. Als sofortige Reaktion auf diesen Bericht hat das höchste Aufsichtsgremium von SOS-Kinderdorf International – der Internationale Senat – eine Sonderkommission zur Aufarbeitung der Vorfälle eingesetzt und einen Aktionsplan zur Stärkung des Kinderschutzes verabschiedet.

 

Aktionsplan zur Stärkung des Kinderschutzes

Der Aktionsplan zeigt die Massnahmen auf, die SOS-Kinderdorf aufgrund der Empfehlungen von Keeping Children Safe eingeleitet hat und in den nächsten Jahren vollständig umsetzen wird. Die geplanten Verbesserungen bauen auf einem umfangreichen Kinderschutzsystem auf, das die Organisation insbesondere seit 2008 weltweit implementiert hat. Seit der Gründung von SOS-Kinderdorf lässt sich der Kinderschutz in vier Phasen einteilen:

Kinderschutz hat für SOS-Kinderdorf oberste Priorität Kinderschutz hat für SOS-Kinderdorf oberste Priorität

Der Aktionsplan zeigt die Massnahmen auf, die SOS-Kinderdorf aufgrund der Empfehlungen von Keeping Children Safe eingeleitet hat und in den nächsten Jahren vollständig umsetzen wird. Die geplanten Verbesserungen bauen auf einem umfangreichen Kinderschutzsystem auf, das die Organisation insbesondere seit 2008 weltweit implementiert hat. Seit der Gründung von SOS-Kinderdorf lässt sich der Kinderschutz in vier Phasen einteilen:

Phase 1, 1949 - 2004: Pioniere für Kinderschutz  
  • Als Alternative zur Heimunterbringung etabliert SOS-Kinderdorf nach dem 2. Weltkrieg zuerst in Österreich ein familiennahes Betreuungsmodel. Es ermöglicht verlassenen Kindern ein liebevolles Aufwachsen und schützt sie vor Vernachlässigung.
  • Die SOS-Kinderdorf-Idee weitet sich über die ganze Welt aus. Alle Programme sind lokal verankert, was sich als stabilisierender Faktor erweist. So wird eine kontinuierliche, verlässliche Betreuung der Kinder auch in Krisenzeiten ermöglicht.

Mit der globalen Verbreitung rücken Qualitätssicherung und Professionalisierung in den Fokus.

  • 1978 wird die Rolle der SOS-Kinderdorf-Mutter als sozialer Beruf anerkannt – mit festgelegter Berufsbeschreibung und Ausbildung.
  • In den 90er-Jahren werden die ersten Regionalbüros gegründet, um die Qualität der Betreuung weltweit zu garantieren.
  • 2002 werden weltweit gültige Standards für Mitarbeitende von SOS-Kinderdorf verabschiedet.
Phase 2, 2005 - 2012: Fundamentlegung  
  • Die Betreuung sowie der Kinderschutz werden kontinuierlich professionalisiert.
  • 2008 verabschiedet die Generalversammlung für alle Programme von SOS-Kinderdorf geltende Kinderschutz-Richtlinien.
  • In den folgenden Jahren werden die Richtlinien weiter ergänzt und präzisiert, unter anderem durch definierte Regeln für „Reporting & Responding Procedures“ sowie „Child Protection Investigations“.
  • 2011 wird der Code of Conduct verabschiedet: Er verpflichtet die Mitarbeitenden weltweit auf verbindliche Standards und respektvolles Verhalten und trägt ebenfalls entscheidend zur Sicherheit der Kinder bei.

Die Kinderschutzrichtlinie und der Code of Conduct bilden bis heute die Grundlage für den Kinderschutz von SOS-Kinderdorf.

Phase 3, 2013 - 2020: Der Kinderschutz wird weiter verbessert  
  • 2018 wird die Leitlinie „SOS-Care Promise“ verabschiedet, die verbindliche Qualitätskriterien für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen festlegt – eine essenzielle Voraussetzung für den Kinderschutz.
  • Das regionale sowie globale Kinderschutz-Netzwerk wird signifikant gestärkt und ausgebaut.
  • Weitere Trainings- und Präventivmassnahmen sowie verbesserte Melde- und Reaktionssysteme werden etabliert.
  • Jährliche Kinderschutz-Datenerhebungen werden in allen SOS-Ländern verbindlich eingeführt.
  • Auf dieser Grundlage wird der jährliche Kinderschutzreport erstellt, der seit 2018 öffentlich einsehbar ist.
  • Die externe Kinderschutz-Organisation „Keeping Children Save“ erteilt SOS-Kinderdorf die Level-1-Zertifikation und bescheinigt ihnen somit, dass sie über ein stabiles und verlässliches Kinderschutzsystem verfügen.
  • 2017 beginnt „Keeping Children Safe“ mit der Arbeit an der „Independent Child Safeguarding Review” (ICSR): Im Auftrag von SOS-Kinderdorf untersucht die Organisation historische Kinderschutz-Vorfälle. Ziel von SOS-Kinderdorf ist es, aus der Vergangenheit zu lernen, Lücken zu schliessen und den Kinderschutz weiter zu verbessern.
Phase 4, 2021 - 2024: Aktionsplan für den Schutz von Kindern und Jugendlichen  
  • Verlässliche Reportings und Response-Prozesse werden in allen Ländern etabliert.
  • Die Kapazitäten für den Schutz von Kindern und Jugendlichen werden weiter ausgebaut.
  • Insbesondere wird gezielt in 70 – 100 Programmstandorte investiert, um die Standards zu verbessern und den Kinderschutz zu stärken.
  • Mitarbeitende werden regelmässig zum Kinderschutz geschult und erhalten verpflichtende Supervisionen, um die hohe Qualität der Betreuung sicherzustellen, die eine wichtige Voraussetzung für den Kinderschutz ist.
  • Personalstrukturen und Verantwortlichkeiten werden klar definiert.
  • Kinder und Jugendliche erhalten Präventionstrainings und sie bekommen verstärkt Möglichkeiten der bedeutungsvollen Partizipation – ein wichtiges Element für eine vertrauensvolle, sichere Umgebung.
  • Risikobewertung: Insbesondere die SOS-Programme in 25 Krisenländern werden gezielt unterstützt, um den Kinderschutz auch unter schwierigsten Bedingungen sicherzustellen. Ein intensives Monitoring begleitet die Entwicklung.
  • Ombudspersonen-System: Externe Opferanwälte ergänzen die internen Kinderschutz-Mechanismen. Sie stehen bereit, um Betroffene zu beraten, zu unterstützen und zu begleiten.
  • Innerhalb des Internationalen Managements wird eine neue Leitungsposition geschaffen, die für den Opferschutz zuständig und dafür verantwortlich ist, dass Betroffene Unterstützung erhalten und auf Vorfälle angemessen reagiert wird.
  • Auf regionaler und nationaler Ebene werden gleichermassen interne Opferschutz-Positionen geschaffen und externe Audits durch unabhängige Partner etabliert.
  • Um Betroffene zu unterstützen, werden internationale Sondermittel (bis 2024 rund 10 Mio. Euro) zur Verfügung gestellt. Die nationalen SOS-Kinderdorf Organisationen halten entsprechende Rücklagen bereit.
  • Weltweit wird ein einheitliches Fall-Management-System etabliert. Dazu gehören die Pflege einer Datenbank, in die auch die Analyse langfristiger Unterstützungsmassnahmen mit einfliesst, sowie externe Audits des Systems. Mitarbeitende werden geschult, um Fall-Protokolle nach festlegten Standards zu erstellen.
  • Es wird festgelegt, dass die Leitung von SOS-Kinderdorf in den jeweiligen Ländern persönliche Verantwortung für den Opferschutz und nationale Unterstützungspläne für Opfer trägt.
  • Entsprechend der „Independent Child Safeguarding Review“ sollen auch in Zukunft regelmässig historische Kinderschutz-Vorfälle durch unabhängige Experten untersucht werden. Das Ziel ist, den Kinderschutz von SOS-Kinderdorf fortlaufend zu reflektieren und wo nötig, zu verbessern.
  • Alle Opfer erhalten schnellen und transparenten Zugriff auf ihre eigenen Daten.

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