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22.07.2018 Aktuelles Alle Projekte & Hilfsprogramme Lesotho SOS-Kinderdorf Maseru

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An seine leiblichen Eltern erinnert sich Tsepo nicht. Sie starben, als er noch ein Baby war. Zuerst lebte der verwaiste Bub bei seiner arbeitslosen Tante, die über keine Mittel verfügte, ihn zu versorgen. Seitdem er nun im SOS-Kinderdorf ist, kann Tsepo nachholen, was ihm sein schwerer Start ins Leben verwehrte: so richtig Kind sein. Für uns schwärmt er von seinen Lieblingsspielen.

«Ich lebe im SOS-Kinderdorf Maseru im Haus Nummer acht. Meine SOS-Mama heisst Mamoeketsi. Wir sind neun Geschwister, drei Jungs und sechs Mädchen. Ich bin der Jüngste. In der SOS-Familie bin ich glücklich. Ganz besonders, wenn unsere SOS-Mama uns neue Kleider oder Spielsachen mitbringt. Auch glücklich bin ich am Sonntag, wenn es nach dem Kirchenbesuch mittags mein Lieblingsessen gibt: Spaghetti mit Hühnchen. Dann sitzen wir alle um den Tisch he- rum und diskutieren. Im Kinderdorf haben wir immer genügend zu essen. Da geht es uns besser als vielen anderen Kindern. Wir haben auch Pflichten: Ich muss mein Bett selbst machen und das Geschirr spülen. Samstags säubern wir gemeinsam das Kinderdorf und sammeln allen Abfall ein, der herumliegt.

Im Kinderdorf ist am allerschönsten, dass ich mit meinen Freunden nach der Schule auf dem grossen Spielplatz spielen kann. Ich mag es nur nicht, wenn sich Kinder auf dem Spielplatz streiten. Lieber fahren wir mit dem Dorffahrrad herum oder klettern auf Bäume. Viel Spass macht mir das Murmelspielen. Das geht so: Wer beginnen darf, losen wir mit einer Münze aus. Mit der eigenen Murmel musst du dann versuchen, die Murmel eines anderen Spielers zu treffen. Gelingt das, gehört die Murmel dir. Triffst du nicht, kommt der nächste Spieler an die Reihe. Damit es schwieriger wird, bauen wir Hindernisse ein, wie zum Beispiel Steine. Wer am Schluss am meisten Murm sitzt, hat gewonnen.

Ich spiele immer mit Katlebo. Er ist mein bester Freund, seitdem er zu uns ins SOS- Kinderdorf gekommen ist. Ich habe auch viele Freunde in Tsenola. Das ist dort, wo meine Tante wohnt, und nicht weit weg. Bei ihr verbringe ich immer meine Schulferien und die Feiertage wie Weihnachten. Mit vielen Kindern von dort gehe ich in die gleiche Schule. Ich besuche die vierte Klasse und habe immer gute Noten. Meine Lieblingsfächer sind Sesotho und Rechnen. Sesotho mag ich, weil es meine Muttersprache ist. Und Rechnen, weil ich Zahlen mag und es weniger Theorie gibt, sondern viel mehr praktische Aufgaben zum Lösen. Bei den Schulaufgaben hilft mir Mamoeketsi.

Wenn ich gross bin, möchte ich einmal Pilot werden. Flugzeuge sind cool. Mein grösster Wunsch ist, ein eigenes Fahrrad zu besitzen, denn alle Kinder im SOS-Kinderdorf teilen sich das gleiche Fahrrad. Dann könnte ich noch viel, viel mehr Radfahren.»