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14.04.2019 Aktuelles Alle Projekte & Hilfsprogramme Weitere Länder Babyjahre im Lärm und Dreck

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Das verheerende Erdbeben im Januar 2010 in Haiti machte die damals wenige Monate alte Chloé zum Waisenkind. Ihr Onkel nahm sie mangels besserer Alternativen mit zur Arbeit und stellte den Babykorb neben den Brennofen der Ziegelei. Das Kleinkind war dort stundenlang sich selbst überlassen.

Mama und Papa hat Chloé nie kennengelernt. Das Erdbeben nahm ihr kurz nach der Geburt die Eltern. Ein Onkel und eine Tante waren zur Stelle, doch ihre eigenen Sorgen nach der Katastrophe lasteten schwer auf ihnen. Sie versorgten das Kind zwar mit dem Nötigsten, doch Zeit und Fürsorge hatten beide nicht. Der Onkel nahm schliesslich nach einiger Zeit den nur wenige Monate alten Säugling mit zur Arbeit in die Ziegelfabrik. Dort war Chloé sich selbst überlassen. Ihre ersten Lebenseindrücke waren geprägt vom Staub der Ziegelei und vom Fabriklärm.

 

«Wir lieben Chloé, wie sie ist. Sie ist uns genauso ans Herz gewachsen wie alle anderen Kinder hier. Aufgeben zählt nicht, jedes Kind hat eine Chance verdient.»
Manouchka, SOS-Kinderdorf-Mutter

Chloé kam schliesslich im Alter von drei Jahren in das SOS-Kinderdorf Les Cayes. Ihre SOS-Kinderdorf- Mutter Manouchka berichtet rückblickend: «Ihr aggressives Verhalten war auffällig. Es brauchte viel Geduld und Zuneigung, um das Vertrauen dieses Kindes zu gewinnen. Lärm konnte sie anfangs überhaupt nicht ertragen, was auf den Krach in der Ziegelfabrik zurückzuführen war. Psychologen, Therapeuten und besonders ausgewählte Spielkameraden trugen zu ihrer positiven Entwicklung bei. Letztlich war es aber nur möglich, Chloé zu helfen, indem ich ihr die fehlende Mutterliebe gab. Wir mussten sie deswegen zu Beginn ihrer Zeit im SOS-Kinderdorf von den anderen Kindern separieren. Erst dann fasste die schwersttraumatisierte Chloé langsam Vertrauen. Heute ist es viel besser geworden, und Chloé ist uns allen ans Herz gewachsen. Gewaltausbrüche kommen nur noch selten vor. Obwohl sie bei uns professionell unterstützt wird, braucht ihr Genesungsprozess Zeit und Geduld. Doch dank ihrer grossen Entwicklungsfortschritte blicken wir Chloés Zukunft optimistisch entgegen. Auch sie wird am Ende gute Aussichten auf ein selbstbestimmtes Leben haben.»

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