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25.03.2021 Aktuelles Alle Kinderrechte Weltweit GAMING: 4 TIPPS FÜR DAS GESUNDE MASS

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Aus der einstigen Nerdnische ist das Thema Gaming längst im Mainstream angekommen. Das gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, die sich auf Konsole und Co. wie zu Hause fühlen. Wir bieten überforderten Eltern Rat.

Twitch, Noobs, XP, F2P oder PvP? Die Kommunikation in und über Games zwischen Kindern und Jugendlichen ist ein eigener Jargon, der auf Unbeteiligte wie eine Fremdsprache wirkt. Aber wie führt man das altersgerechte Mass und einen gesunden Umgang ein, ohne wie ein unwissender Spielverderber zu wirken? Wir liefern Tipps, worauf Sie bei der Erziehung im Zusammenhang mit einem der beliebtesten Hobbies achten sollten.

1. Mehr verstehen als nur Bahnhof

Setzen Sie sich mit dem Hobby der Kinder auseinander. Welche Spiele bevorzugen Ihre Kinder? Und vor allem warum? Die Begründungen stärken nicht nur Ihr Verständnis der Spiele. Sie erfahren so auch mehr über das, was Ihre Kinder begeistert. Und ganz wichtig: Sie reden auf Augenhöhe. Denn Unwissenheit und Vorurteil erkennt Ihr Nachwuchs nicht nur blitzschnell, es macht Sie auch unglaubwürdig. Merken Kinder jedoch, dass ihre Eltern wissen, wovon Sie sprechen und echtes Interesse zeigen, ist das die ideale Basis, um dieses Medium gemeinsam zu entdecken und Vertrauen zu stärken.

2. Gaming ist kein Erziehungsinstrument

Gaming sollte als eigenständiges Hobby betrachtet werden. Wir raten davon ab, die Spielzeit als Mittel zur Belohnung oder Bestrafung zu nutzen. Das räumt dem Thema eine ungesunde Bedeutung ein. Je nach Alter ist es aber durchaus angebracht, grundsätzlich feste Spielzeiten zu definieren. Umgekehrt gilt aber auch: Games sind kein Betreuungsersatz. Die Kinder vor der Konsole zu parken oder ihnen bei Stress ein iPad in die Hand zu drücken, sollte unbedingt vermieden werden. Unterschätzen Sie keinesfalls Ihre Vorbildfunktion: Nutzen Sie selbst jede freie Minute am Handy oder können sich kaum vom Lieblingsspiel am PC lösen, ist es schwieriger, den Kindern ein gesundes Mass zu vermitteln.

Ideal: Die Balance von digitalem Gaming und klassischen Spielen finden.

Ideal: Die Balance von digitalem Gaming und klassischen Spielen finden.

3. Gemeinsam spielt man weniger allein

Zeigen Sie aktiv Interesse, ohne sich aufzudrängen. Gaming ist entgegen aller Vorurteile ein sehr soziales Hobby. Gerade in Zeiten der Pandemie hat es sich als sichere, verbindende und nicht zuletzt spassige Form des Zusammenseins etabliert. Je nach Alter und Art des Videospiels können Sie sich zusammen mit Ihren Kindern ins digitale Abenteuer stürzen: von freundschaftlichen Fussball- oder Rocketball-Matches bis hin zu komplizierten Duellen in Deckbuildern. Zudem gelingt so oft auch spielerisch der Wechsel vom Digitalen ins Analoge. Ist draussen gutes Wetter, spricht nichts dagegen, vom Bildschirm-FIFA auf den Bolzplatz zu wechseln. Auch der Charme klassischer Brettspiele mit der ganzen Familie beim Spieleabend hat immer noch seine Berechtigung.

4. Die Altersfreigabe ist kein Freischein

Die deutsche USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) und die europäische PEGI (Pan European Game Information) bieten mit ihren Empfehlungen, die jede Spielverpackung zieren und auch online schnell recherchiert sind, nur eine grobe Einordnung. Die beiden Verbände zielen aber hauptsächlich auf das Thema Gewalt. Den thematischen Anspruch, die Reife des individuellen Kindes und “neuere” Formen wie Apps und Online-Spiele berücksichtigen sie nicht. Deshalb gilt auch hier: Reden ist Silber, Verstehen ist Gold. Beschäftigen Sie sich mit den Spielen, diskutieren Sie problematische Aspekte mit Ihren Kindern und finden Sie gemeinsam altersgerechte, unterhaltsame Spiele. Beziehen Sie Ihre Kinder dabei immer mit ein. Sie haben selbstverständlich ein Mitspracherecht, wenn es um Regeln im Alltag und ihre Freizeit geht.

 

Sie haben weiterführende Fragen zum Thema? Schreiben Sie uns an info@soskinderdorf.ch und wir helfen Ihnen gerne. Wie sich Gaming und ein guter Zweck spielerisch verbinden lassen, beweist unsere geplante Aktion Gaming for Good.

Inhaltsverantwortliche:

David Becker

Wenn ich Content in Wort und Bild erarbeite, begeistert mich das grosse Ganze und berühren mich die feinen Details.

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