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03.06.2021 Aktuelles Alle Corona-Pandemie: Zweite Welle erfasst Nepal

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In Nepal findet sich Nirmala, eine SOS-Alumni, im Zuge der gravierenden Corona-Pandemie in einem verheerenden Kreislauf wieder.

Nirmala hat ihre Kindheit und Jugend im SOS-Kinderdorf Gandaki in Nepal verbracht. Heute lebt sie zusammen mit ihren beiden Söhnen, dem 15-jährigen Arpan und dem 10-jährigen Sunil, in einer Mietwohnung in Pokhara. Die Familie lebt nun schon seit 15 Jahren in der Stadt, die wie viele Regionen Nepals derzeit besonders von der Corona-Pandemie heimgesucht wird. Aktuell unterliegt Pokhara einem neuerlichen, umfassenden Lockdown. Nirmala hat letztes Jahr ihren Mann verloren. Er arbeitete im Ausland, weil er in Nepal keine Arbeit finden konnte. Mit seinem Tod ging auch das einzige Einkommen der Familie verloren.

Ein tragischer Verlust

«Der Verlust schmerzt mich immer noch sehr, aber ich habe keine Zeit zu trauern. Ich muss die Grundbedürfnisse meiner Kinder erfüllen und ihnen die Liebe und Unterstützung zusätzlich geben, die ihnen sonst mein Mann gegeben hätte. Sein Verlust hat unser Leben für immer verändert. Jetzt muss ich kämpfen, um selbst den minimalen Lebensstandard aufrechtzuerhalten», erzählt Nirmala, während ihr die Tränen über die Wange laufen. In den ersten Tagen nach dem Tod ihres Mannes kam die Familie noch mit ihren Ersparnissen über die Runden. Die waren jedoch schnell aufgebraucht. Und ohne Einkommensquelle dramatisierte sich die Lage der Familie zusehends. «Die Dinge begannen, sich für mich und meine Kinder zu verschlechtern. Jeder Schritt ist ein erfordert viel Kraft: sei es, die Miete unserer Wohnung oder das Schulgeld meiner Kinder zu bezahlen. Aufgrund der Corona-Pandemie habe ich umso mehr das Gefühl, als kämen wir da nie wieder raus.»

Nach dem Tod ihres Mannes machte Nirmala sich auf die Suche nach einem eigenen Job. Durch den Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie in Nepal war es jedoch noch schwieriger als sonst, eine Anstellung zu finden. Ihrer Ausdauer verdankte sie letztlich einen Job als Empfangsdame in einem Autohaus. Das Glück währte jedoch nicht lange: Aufgrund der zweiten Welle der Corona-Pandemie in Nepal musste das Autohaus im Rahmen des umfassenden Lockdowns schliessen und rutschte in die Verlustzone.

Aufgrund der Corona-Pandemie in Nepal finden sich Nirmala und ihre Familie in einer verzweifelten Lage wieder.

Aufgrund der Corona-Pandemie in Nepal finden sich Nirmala und ihre Familie in einer verzweifelten Lage wieder.

Die 2. Welle der Corona-Pandemie erfasst Nepal

«Ich hatte gehofft, meine finanziellen Probleme zu lösen, aber die Situation wird für uns immer komplizierter. Es ist schwer für mich geworden, meine Söhne zu ernähren, die Miete zu bezahlen und die Schulgebühren meiner Söhne zu finanzieren. Ich fühlte mich all dem hilflos ausgeliefert, also wandte ich mich an meine SOS-Kinderdorf-Familie in Gandaki, die mich aufgezogen hatte. Es bricht mir das Herz, mich wieder in einer verletzlichen Lage zu befinden. Aber ich kann meine Kinder nicht leiden sehen, also habe dort Hilfe gesucht, wo ich zuvor nie enttäuscht wurde.» Als die SOS-Mitarbeitenden in Gandaki von Nirmala hörten, boten sie ihr an, ihre Kinder mit pädagogischer Beratung zu unterstützen, damit sie die Schule nicht wegen ihrer unglücklichen Umstände abbrechen. Ausserdem setzen sie sich in der Zwischenzeit mit allen Kräften dafür ein, dass Nirmala zügig einen ihren Qualifikationen entsprechenden, geeigneten Arbeitsplatz findet.

Wie Nirmala und ihrer Familie geht es aktuell vielen Menschen in Nepal. Wie auch im Nachbarland Indien wütet die Corona-Pandemie dort besonders stark. Durch eine neue Mutation des Virus steigen die Infektionszahlen rapide an. Eine der grössten Sorgen von SOS-Kinderdorf Nepal ist, dass die Familien des Familienstärkungsprogramms vom Lockdown noch härter getroffen werden als während der ersten Welle. Viele Begünstigte, die als Tagelöhner arbeiteten, haben ihre Arbeit verloren. Sie haben wie Nirmala Schwierigkeiten, die Mahlzeiten für ihre Kinder zu organisieren und sind eigentlich auf die Unterstützung durch die Regierung und andere Organisationen angewiesen.

Viele von ihnen wenden sich nun an uns, um ihr Überleben zu sichern. SOS-Kinderdorf arbeitet daran, Wege zu finden, diese Kinder und ihre Familien auch während der zweiten Welle der Corona-Pandemie in Nepal zu unterstützen. Helfen Sie uns, den Menschen in dieser ausserordentlich schwierigen Lage beizustehen.

Inhaltsverantwortliche:

David Becker

Wenn ich Content in Wort und Bild erarbeite, begeistert mich das grosse Ganze und berühren mich die feinen Details.

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