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14.12.2021 Aktuelles Alle Afrika Niger: Rettung in der Krise

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Mehr als 15 Millionen elternlose Kinder leben nach aktuellen Schätzungen auf der ganzen Welt.

Für einen kurzen Moment war die kleine Malika aus dem Niger eines von ihnen. Andere Kinder, wie Amarou, haben zwar noch eine liebende Familie, leiden aber unter schwierigen Voraussetzungen und sehen ihre Zukunft schwinden. SOS-Kinderdorf unterstützt Kinder in der Krise, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Die heute fünfjährige Malika wurde vor zwei Jahren alleingelassen auf den Strassen von Maradi, einer Stadt im westafrikanischen Niger, aufgefunden. Sie war völlig unterernährt und machte einen kranken Eindruck. Schnell war klar, dass sie zuallererst medizinische Versorgung brauchte, und so wurde Malika direkt ins nächste Spital gebracht.

Zu diesem Zeitpunkt kam SOS-Kinderdorf ins Spiel, um für Malika langfristig eine Pflegefamilie zu finden. Das Mädchen wog zu dem Zeitpunkt mit drei Jahren nur knapp sechs Kilogramm. Aus diesem Grund musste eine Pflegefamilie gefunden werden, die einerseits für dieses Krankheitsbild sensibilisiert ist und andererseits auch bereit war, sich verlässlich und langfristig um Malika zu kümmern.

Einige Wochen später wurde SOS-Kinderdorf fündig. Malika wurde in die Familie von Ali Moussa aufgenommen, der gemeinsam mit seiner Familie und der seiner Schwester in einem Haus wohnt. Malika lebt nun seit Juni 2019 in der Familie. Sie ist immer noch sehr dünn und klein für ihr Alter, jedoch hat sie eine Familie zum Aufwachsen gefunden, die sich ums sie sorgt und sie richtig pflegt.

Für Familien, die sich als Pflegefamilien anmelden, ist für die Aufnahme ein umfassender Prozess definiert. Nachdem dieser erfolgreich durchlaufen wurde, findet eine Probezeit statt, um anschliessend definitiv angenommen zu werden. Auch im Anschluss daran finden regelmässig gemeldete, aber auch unangemeldete Kontrollen statt um zu prüfen, ob Kinderrechte und -schutz gewährleistet sind.

Amarou möchte zurück in die Schule

Auch der damals 12-jährige Amarou aus Maradi hat schon Erfahrungen mit Verlust und Armut gesammelt. Sein Vater war Landwirt und starb, als Amarou sechs Jahre alt war. Der Junge ist der Jüngste unter zwölf Geschwistern. Nach dem Tod des Vaters konnte seine Mutter Fatima die Schulkosten für Amarou nicht mehr tragen. Amarou erinnert sich noch heute, wie traurig ihn das machte, da er gerne zur Schule ging und Lernen ihm leichtfiel.

SOS-Kinderdorf nahm daraufhin die Familie in das Familienstärkungsprogramm auf und unterstützte Fatima, ihr Geschäft zu verbessern. Sie produziert nun Aware, selbst hergestellten Tofu, für den eingeweichte Sojabohnen gemahlen, zu einem Brei verarbeitet und entwässert werden. Der daraus produzierte Kuchen wird in Stücke geschnitten und frittiert. Mit dem frischen Awara reichert sie nun die Couscous- und Reisgerichte an, die sie auf dem lokalen Markt verkauft.

Amarou wusste seine Chance zu nutzen

Amarou wusste seine Chance zu nutzen

Amarou wiederum erhielt die Chance, die École passerelle, also die Brückenschule, zu besuchen. Dem Jugendlichen gelang nicht nur der Wiedereinstieg reibungslos – durch seine Begabung schaffte er auch den Übergang in die öffentliche Schule ohne Probleme. Neben der Schule ist Amarou auch ein begeisterter Fussballspieler. Später will er unbedingt studieren. Hin und wieder, wenn es die Zeit erlaubt, hilft er Fatima immer noch beim Verkauf auf dem Markt; nicht weil er muss, sondern weil er möchte.

Die Geschichten von Malika und Amarou sind tragisch, haben dank der Hilfe von SOS-Kinderdorf aber ein positives Ende gefunden. Viel zu viele Kinder haben diese Chance noch nicht. Ohne Eltern, oder in Familien, die kurz davorstehen, auseinanderzubrechen, sind sie auf Hilfe dringend angewiesen. In der aktuellen Crowdfunding-Kampagne können Sie diese Kinder unterstützen. Leisten Sie einen Beitrag zur Finanzierung des Kriseninterventionszentrums in Maradi, das diese Kinder auffängt. Danke für Ihre Solidarität.

 

Inhaltsverantwortliche:

David Becker

Wenn ich Content in Wort und Bild erarbeite, begeistert mich das grosse Ganze und berühren mich die feinen Details.

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