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18.03.2022 Aktuelles Alle SOS-Kinderdorf Schweiz Schweiz 7 Tipps, mit Kindern über Krieg zu sprechen

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Auch Kinder hören die Nachrichten. Ständig mit dem Krieg in der Ukraine konfrontiert zu werden, ohne ihn wirklich zu verstehen, kann bei ihnen viel Angst und Unsicherheiten auslösen. Doch indem Sie mit Kindern über den Krieg sprechen, können Sie ihnen diese Furcht nehmen.

Wie machen Sie das am besten? Wie kann man Kindern kriegerische Konflikte altersgerecht und klar erklären?

1. Kinder selbst Grenzen setzen lassen

Fragen Sie Ihr Kind direkt, ob es etwas wissen will oder ob das Thema es beschäftigt. Vielleicht hat das Kind nach einer kurzen Erklärung auch genug gehört. Zwingen Sie es nicht, mehr aufzunehmen als es will. Achten Sie dabei besonders auf nonverbale Signale wie Unruhe und Zeichen von Angst.

2. Auf dem aufbauen, was das Kind kennt

Eine gewaltsame, politische Auseinandersetzung mehrerer Länder ist je nach Alter eine schwer vollstellbare Definition von Krieg für ein Kind. Erklären Sie dem Kind den Krieg also lieber als Streit. Sie können Beispiele aus Filmen, Büchern oder sogar der Lebensrealität des Kindes bringen, damit es sich die Situation besser vorstellen kann. Wichtig ist auch, dass Sie einfache, klare Sprache benutzen und immer nachfragen, um sicherzustellen, dass das Kind Sie versteht.

3. Ehrlich sein

Wenn der Krieg Ihnen Angst macht oder Sie nicht alles verstehen, dürfen Sie das dem Kind sagen, solange Sie dabei ruhig und klar bleiben. So kann das Kind sehen, dass seine Gefühle berechtigt sind, dass es diese mit Ihnen teilen darf, und wie es am besten mit ihnen umgehen kann.

4. Das Kind beruhigen

Nehmen Sie die Ängste des Kindes ernst, aber vermitteln Sie auch, dass es in Sicherheit ist. Indem Sie dem Kind zum Beispiel auf einer Karte zeigen, wie weit entfernt Russland und die Ukraine von der Schweiz sind, kann das Kind sehen, dass es in seinem Land keinen Krieg gibt und dass es nicht in unmittelbarer Gefahr ist. Sie können dem Kind auch erklären, dass Länder sich gegenseitig beschützen und dass die Schweiz ein neutrales Land ist, das sich nicht in Kriege einmischt.

Bleiben Sie auch positiv: Nicht alles auf der Welt ist schlecht. Erinnern Sie das Kind regelmässig an gute Sachen im Leben – dazu zählen auch kleinere Erlebnisse, wie Geburtstage, Ferien oder positive Nachrichten aus aller Welt als Gegengewicht.

5. Die richtigen Medien finden

Helfen Sie dem Kind, altersgerechte Medien zu finden, wenn es sich mit dem Thema auseinandersetzen will. So gibt es zum Beispiel YouTube-Videos, welche die Situation ganz einfach erklären. Vielleicht finden Sie auch altersgerechte Bücher, die sich mit dem Thema Krieg und Flucht befassen.

Passen Sie auf, mit welchen Bildern das Kind konfrontiert wird. Wenn das Kind Nachrichten schauen will, hören Sie am besten Radio oder wählen kindgerechte Nachrichtenformate im Fernsehen.

Bei einem älteren Kind, das bereits zur Schule geht, können Sie die Medien, mit denen es konfrontiert wird, natürlich nicht kontrollieren. Erinnern Sie Ihr Kind daran, dass es sich bei Sorgen oder Fragen jeder Zeit an Sie wenden darf. Ist Ihr Kind von Informationen beunruhigt oder verängstigt, erkundigen Sie sich nach der Quelle. So können Sie sich einen Überblick verschaffen und angemessen reagieren.

6. Aktiv werden

Vielleicht braucht das Kind nach dem Gespräch auch eine Möglichkeit, seine Gefühle physisch zu verarbeiten. Um es dabei zu unterstützen, können Sie zum Beispiel zusammen mit ihm ein Bild malen oder eine Kerze anzünden. Achten Sie dabei darauf, dass das Kind schlussendlich selbst entscheidet, wie es am liebsten mit der Situation umgehen möchte.

7. Persönliche Lösungen für jedes Kind

Jedes Kind geht mit der Situation anders um und braucht eine andere Form der Unterstützung von seinen Bezugspersonen. Helfen Sie Ihrem Kind auf die Weise, die am besten zu ihm passt und stellen Sie sicher, dass es weiss, dass es sich jederzeit an Sie wenden darf, wenn es weitere Unterstützung braucht.

 

Sie möchten direkt Kindern und Jugendlichen helfen, die traumatische Erlebnisse und Kriegserfahrungen verarbeiten müssen? Mit Ihrer Spende für unsere Nothilfe  in der Ukraine finanzieren Sie unter anderem die psychosoziale Beratung geflüchteter Kinder und Familien.

Inhaltsverantwortliche:

Jennifer Ammann

Kindern ein liebevolles Zuhause zu schenken, bringt Hoffnung in die ganze Welt. Was mich besonders motiviert, ist SOS-Kinderdorf auf einem so vielseitigen Kanal wie Social Media Spendenden näher zu bringen.

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