Zum Einstieg: Kannst du uns kurz erklären, was wir unter Child Safeguarding und Kinderschutz verstehen?
«Child Safeguarding» ist der Überbegriff für proaktive Massnahmen, die den Schutz und das Wohlergehen von Kindern sicherstellen. Sie dienen dazu, Kinder vor Missbrauch, Vernachlässigung, Ausbeutung und anderen Formen von Gewalt zu schützen. Bei SOS-Kinderdorf Schweiz haben wir klare Richtlinien, Ziele und zugehörige Massnahmen, um Kinderschutz überall und zu jeder Zeit als oberste Priorität zu gewährleisten.
Wie fördern wir Kinderschutz in unseren Familienstärkungsprogrammen?
Wir arbeiten intensiv mit den Familien zum Thema Kinderschutz zusammen. Durch Eltern- und Erziehungskurse vermitteln wir ihnen einen liebevollen Umgang miteinander, sensibilisieren für Kinderrechte und betonen die immense Bedeutung gewaltfreier Erziehung. Auch mit Gemeinden kooperieren wir sehr eng, um zu gewährleisten, dass es in den Behörden eine verantwortliche Person gibt, an die sich betroffene Kinder und Jugendliche wenden können. Solche Strukturen zu schaffen, ist enorm wertvoll, da Kinderschutz so auch bestehen bleibt, wenn wir uns aus einem Standort zurückziehen. Nachhaltig wirkt auch unsere Förderung von Kinderclubs und Kinderschutzkomitees, die sich in ihrer Gemeinde für Kinderrechte und Kinderschutz starkmachen.
Für Kinder, die gefährdet sind oder Missbrauch erlebt haben: Welche Anlaufstellen gibt es für sie?
Neben Kinderschutzkomitees und lokalen Behörden bestehen anonyme Online- und Offline-Kanäle, über die sich Betroffene bei Vertrauenspersonen melden können. Jede Meldung wird sorgfältig geprüft, und es werden entsprechende Massnahmen ergriffen. Und es gilt selbstverständlich: Die Identität der meldenden Person wird geschützt.