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08.04.2021 Aktuelles Alle Nothilfe Afrika Nothilfe in Tigray endlich möglich

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Nach über sechs Monaten Bürgerkrieg erhalten humanitäre Organisationen wie SOS-Kinderdorf endlich Zugang zur Krisenregion Tigray in Äthiopien. Nothilfe ist dringend nötig.

Bern/Addis Abeba.- Seit sechs Monaten wütet der Krieg in der äthiopischen Region Tigray und hat die Bevölkerung weitgehend von der Aussenwelt abgeschnitten. Im Zuge der Kampfhandlungen wurden Internetverbindungen und Telefonleitungen zerstört, die Strassen blockiert und der Flugverkehr eingestellt. Seit Kurzem haben humanitäre Organisationen wie SOS-Kinderdorf und Reporter wieder Zugang zur Region und die Nachrichten, die nach aussen dringen, sind grauenhaft.

Massaker, Vergewaltigung und Hunger

«Augenzeugen berichten von brutalsten Massakern, Hunderten von Mädchen und Frauen, die vergewaltigt wurden, Kinder mit Schusswunden, die nicht versorgt werden können», so Erika Dittli, Programmleiterin bei SOS-Kinderdorf Schweiz. «Die Strom- und Wasserversorgung sind weitgehend zusammengebrochen, es kam zu Plünderungen, ein Grossteil der medizinischen Einrichtungen und ein Viertel aller Schulen in der Region sind zerstört.» Als Folge davon sind rund 2,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Doch auch in den Flüchtlingscamps an der Grenze zum Sudan gehen Wasser und Essen zur Neige. Ohne Nothilfe werden laut der UNO 4,5 Millionen Menschen in Tigray den Hungertod sterben.

Büro geplündert, Familien vertrieben

SOS-Kinderdorf betreut in der Region Tigray drei Programme zur Stärkung von armutsbetroffenen Familien und ein SOS-Kinderdorf in Makalle, der Hauptstadt der Region. Insgesamt unterstützt das Kinderhilfswerk rund 3200 Kinder und Eltern. «Viele Familien wurden vertrieben, ihre Häuser beschädigt, ihre Tiere getötet, und einige Eltern, die mit HIV/AIDS lebten, sind gestorben, weil sie keinen Zugang zu Medikamenten hatten», berichtet Dittli.

Das Familienstärkungsprogramm in der Grenzstadt Adwa, welches Dittli direkt betreut, ist besonders stark betroffen, denn die Stadt ist nach wie vor stark umkämpft. «Das Büro in Adwa wurde geplündert und die Mitarbeitenden nach Makalle evakuiert. Die Familien, die wir dort in den letzten sechs Jahren beim Aufbau von Kleinbetrieben und Kooperativen unterstützt haben, haben alles wieder verloren. Wir können sie nun, da sie in grösster Not sind, nicht allein lassen und wollen so schnell als möglich mit der Rehabilitation beginnen.»

Nothilfe in Tigray gestartet

In Makalle ist die Nothilfe bereits angelaufen, wie Sahlemariam Abebe, Direktor von SOS-Kinderdorf Äthiopien berichtet. «Wir konnten 300 geflüchtete Kinder und ihre Familien mit Hygienematerial und Lebensmittel für die nächsten sechs Monate versorgen. Doch es braucht noch viel mehr, um den Rückschlag unserer Arbeit aufzufangen und den Kindern und Familien wieder etwas Hoffnung zu schenken.»

Mit einem Nothilfe-Aufruf sammelt SOS-Kinderdorf Schweiz derzeit Spenden für die dringendsten Hilfeleistungen: Nothilfepakete mit Essen, Trinkwasser und Hygienematerial und psychosoziale Unterstützung für betroffene Kinder und Familien.

Helfen Sie uns jetzt, kriegsgezeichnete Kinder und Familien in Tigray zu unterstützen.

Inhaltsverantwortliche:

Nathalie Rutz

Ich setze mich als Verantwortliche Kommunikation für die Rechte der Kinder aus aller Welt ein.

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