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Können Sie ein Beispiel nennen, wo ein kleiner Fehler grosse Folgen hatte?
Die Testamentsberatung war erfolgt. Das gemeinsam ausgearbeitete Testament lag als Vorlage in der Schublade. Und dann starb der Testator an einem plötzlichen Riss der Aorta. Und die verhassten Verwandten erbten alles.
Wenn die Kinder auf den Pflichtteil gesetzt werden und die Eltern damit über eine grössere freie Quote verfügen wollen, sollten die Eltern mit ihren Kindern darüber sprechen?
Ja, auf jeden Fall. Und den Kindern gegenüber begründen, weshalb so gehandelt wird. Dies gilt insbesondere auch, wenn grössere Vermächtnisse an gemeinnützige Organisationen gehen sollen.
Wenn Sie nur drei Dinge nennen dürften: Was sollte jeder unbedingt richtig machen?
1. Zögern Sie nicht, ein Testament und dazu noch einen Vorsorgeauftrag und eine Patientenverfügung zu erstellen. Und hinterlegen Sie das Testament bei der offiziellen Stelle Ihres Wohnortes, damit es gefunden wird.
2. Orientieren Sie die Erben über Ihre letztwilligen Anordnungen, speziell wenn nicht alle gleichbehandelt werden. Die Betroffenen sollen es direkt aus erster Hand erfahren. Wenn keine falschen Erwartungen bestehen, gibt es keine Enttäuschungen.
3. Soll das Erbe ausschliesslich an die Nachkommen fallen? Gibt es nicht noch andere Anliegen in Ihrem Leben, die Sie auch nach Ihrem Tod unterstützen wollen?
4. Und erlauben Sie mir noch einen vierten Hinweis, falls Sie digital unterwegs sind: Halten Sie an einem auffindbaren Ort Ihr Passwort für Ihr Handy (Adressen, Fotos) und für Ihr Wallet (Bitcoins) fest. Ich habe schon erlebt, wie die Erben verzweifelt danach suchten.