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16.06.2022 Alle Nothilfe Afrika Äthiopien: Langsame Erholung von langer Krise

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Ein Erfahrungsbericht aus der lange vom Bürgerkrieg erschütterten Region Tigray.

Als Mitarbeitende sie das erste Mal zu Hause besuchten, war die Frau überglücklich. Sie stand sofort auf, umarmte sie und rief: «Danke, danke, endlich besucht mich SOS-Kinderdorf. Ich war so frustriert und verzweifelt und dachte, die Zukunft hält nichts Gutes für mich und meine Familie bereit. Doch als ich das SOS-Team sah, blühte ich wieder auf, als wäre ich vom Tod zurückgekehrt!»

Der Bürgerkrieg hat eine ganze Region zurückgeworfen

Die erleichterte Frau heisst Fikadu, ist 53 Jahre alt und eine der Projektteilnehmerinnen in Tabia Yeha in der äthiopischen Region Tigray. Sie führt einen Frauenhaushalt und wurde 2016 mit ihren beiden Söhnen in das Familienstärkungsprogramm aufgenommen. Fikadu war vor dem Konflikt eine der zielstrebigsten Teilnehmerinnen, die beeindruckende Ergebnisse erzielen konnte, und gehört nun zu den am stärksten gefährdeten Betreuerinnen, die in der Gemeinde dringend Unterstützung benötigen.

Es ist unvorstellbar, was dieser energischen und selbstbewussten Frau widerfahren ist. Sie hat alle möglichen Tragödien und Entbehrungen durchgemacht. In Folge des brutalen Konflikts in der Tigray-Region wurde ihr gesamtes Eigentum und das ihrer Kinder geplündert, darunter Decken, Matratzen, Schmuck, Fernsehgeräte, Haushaltsgeräte und mehr. Soldaten vermischten das Teff-Mehl mit Sand und machten es so ungeniessbar. Ausserdem wurde ihr Haus mitten im Konflikt von mehreren schweren Artilleriegranaten beschossen. «Die ganze Familie war zu Hause, als die Geschosse das Gelände trafen. Das Haus wurde fast platt gemacht. Ich wurde unter dem zerstörten Haus gefunden; es war ein Wunder, dass ich gerettet wurde. Trotzdem war ich bewusstlos. Jetzt habe ich oft Kopfschmerzen und manchmal auch Migräne, da sich noch Splitter der Geschosse in meinem Kopf befinden.» Wie viele andere Kinder und Erwachsene ist Fikadu von den Erlebnissen der letzten Monate traumatisiert.

Fikadu ist fest entschlossen, sich ihr selbstständiges Leben wieder aufzubauen.

Fikadu ist fest entschlossen, sich ihr selbstständiges Leben wieder aufzubauen.

Dringende Nothilfe-Massnahmen schaffen neue Perspektiven

Für die Mitarbeitenden von SOS-Kinderdorf vor Ort war es kaum zu ertragen, zu sehen, wie Menschen, die einst Vorbild waren, verarmen, betteln müssen und von beigesteuerten Lebensmitteln leben. Nachdem SOS-Kinderdorf endlich das Nothilfe-Programm starten konnte, zu den Massnahmen gehörte unter anderem die Verteilung von Bargeld, begannen die Teilnehmenden jedoch, ihre Einstellung zu ändern. erklärt: «Wir waren sehr ausgehungert. Unsere Ernten waren verbrannt. Ausserdem waren wir wegen der Artilleriegranaten traumatisiert. Ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht, dass wir heute noch leben würden, geschweige denn, dass wir an die Aufzucht von Tieren denken könnten. Dank SOS-Kinderdorf wurde ich wiedergeboren! Das Gute an der Unterstützung von SOS ist, dass sie einen dazu befähigt, seine Einstellung zu ändern.»

Optimistisch berichtet sie, dass sie zwei Hühner und ein Schaf gekauft hat. «Ich werde keine Frau der Vergangenheit sein und in Armut und Nothilfe gefangen bleiben, sondern eine selbstständige Frau sein. Das Nothilfe-Programm von SOS-Kinderdorf Ich bin ein Zeuge für den Nutzen der Bargeldprogramme des SOS-Notfallprojekts und die allgemeine Unterstützung.»

Sie möchten Frauen wie Fikadu und ihre Familien unterstützen? Finanzieren Sie unser aktuelles Projekt in der Region, um Menschen in Not aus der Verzweiflung herauszuhelfen und Zuversicht zu schenken.

Inhaltsverantwortliche:

David Becker

Wenn ich Content in Wort und Bild erarbeite, begeistert mich das grosse Ganze und berühren mich die feinen Details.

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