Grosse Armut trotz natürlichen Ressourcen

Obwohl das Land über grosse Uranreserven verfügt, gehören die Menschen im Niger zu den Ärmsten der Welt. Der Viehbestand und die Ernten werden häufig durch katastrophale Dürren zerstört, die Millionen in den Hunger treiben. Zehntausende von Kindern leben im Niger unter prekären sozioökonomischen Bedingungen. SOS-Kinderdorf unterstützt diese notleidenden Kinder durch verschiedene Programme und Initiativen im ganzen Land.

Die Republik Niger ist ein Binnenstaat in Westafrika. Knapp über 70 Prozent der Gesamtfläche des Landes sind von der Wüste Sahara bedeckt.

Millionen von Menschen leiden am extrem hohen Armutsniveau


Die Mehrheit der Bevölkerung leidet am extrem hohen Armutsniveau des Landes. Ca. 70 Prozent der Einwohner fristen ein Leben in Armut, und obschon das Land über natürliche Ressourcen verfügt, kann es nicht einmal die einfachsten Grundbedürfnisse seiner Bürger befriedigen. Der Niger ist Niger permanent unter den 15 letzten Plätzen des Human Development Index der Vereinten Nationen zu finden.

Derzeit belegt es Platz 167 von 169 Staaten auf der Liste des HDI. Das Leben der Nigrer ist für viele nicht nur voller Entbehrungen, sondern auch verhältnismässig kurz - die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 52 Jahren. Obwohl im Bereich der Alphabetisierung in jüngster Zeit einige Fortschritte zu verzeichnen waren, können nur 29 Prozent der Menschen im Niger lesen und schreiben. Fast 30 Prozent der Bewohner des Landes sind unterernährt. Wie auch viele andere afrikanische Staaten in der Sahel-Zone wird auch die Agrarwirtschaft des Niger von langen, wiederkehrenden Dürren heimgesucht.

2012 waren bis zu zehn Millionen Menschen in der Sahelzone von akutem Hunger bedroht – wieder stand der Niger im Mittelpunkt der Krise. Aufgrund des hohen Armutsniveaus und der schlechten Infrastruktur sind die hygienischen Bedingungen oft prekär. In den ländlichen Regionen verrichten über 90 Prozent der Menschen ihre Notdurft im Freien, was zweifelsohne zu den Gesundheitsproblemen des Landes, allem voran der hohen Sterblichkeitsrate der Kinder unter fünf Jahren, beiträgt. Obwohl es auch "städtische Armut" zu verzeichnen gibt, lebt die Mehrzahl der armen Nigrer in den ruralen oder semi-ruralen Teilen des Landes. Über die Hälfte der ländlichen Bevölkerung kann sich nicht mit sauberem Trinkwasser versorgen und nur vier Prozent haben ausserhalb der Städte Zugang zu ordentlichen sanitären Einrichtungen.

Mit einer Prävalenzrate von lediglich 0,8 Prozent leidet der Niger nicht im gleichen Ausmass unter den Folgen von HIV/Aids wie viele andere afrikanische Nationen. Dennoch wurde im Jahr 2009 die Zahl der Infizierten auf 61'000 geschätzt. Der Niger ist sowohl Herkunfts- als auch Bestimmungsland für Menschenhändler, und Tausende von Menschen werden Opfer der modernen Sklaverei. Frauen und kleine Mädchen werden häufig in die Nachbarländer verschleppt, wo sie zur kommerziellen Sexarbeit gezwungen und ausgebeutet werden.

  • Die Lage der Kinder in Niger

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  • Die Arbeit von SOS-Kinderdorf im Niger begann in den 80er Jahren.

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    Zurzeit gibt es in Niger drei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, drei SOS-Kindergärten, drei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, vier SOS-Sozialzentren (Familienstärkungsprogramme), zwei SOS-medizinische Zentren und ein SOS-Nothilfeprogramm. Mehr erfahren...