SOS-Kinderdörfer in Äthiopien

Zurzeit gibt es in Äthiopien sieben SOS-Kinderdörfer, fünf SOS-Jugendeinrichtungen, sechs SOS-Kindergärten, sechs SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, vier SOS-Berufsbildungszentren, fünfzehn SOS-Sozialzentren, vier SOS-medizinische Zentren und ein SOS-Nothilfeprogramm. Vor dem Hintergrund der verheerenden Dürre im Jahr 1974 nahm SOS-Kinderdorf seine Tätigkeit in Äthiopien auf. Die Organisation wurde rasch auf das Leid von Tausenden vernachlässigter und verwaister Kinder im Land aufmerksam und eröffnete das erste SOS-Kinderdorf in Makalle.

Einige Fakten über Äthiopien


Eine Mutter bringt ihr Kind in das SOS-medizinische Zentrum (Foto: K. Snozzi)
Die Bundesrepublik Äthiopien ist das Land mit der zweitgrößten Bevölkerungsdichte auf dem afrikanischen Kontinent. Das Land liegt in Ostafrika und grenzt an Eritrea, den Sudan, an Kenia und Dschibuti. Äthiopien ist die älteste unabhängige Nation Afrikas. Abgesehen von einer fünfjährigen Besatzung unter Mussolinis Italien, während der das Land zu Italienisch-Ostafrika gehörte, wurde Äthiopien nie durch fremde Mächte regiert.

Aufgrund seiner strategisch wichtigen geographischen Lage wurde das südlich der Sahara gelegene Land als wichtiger regionaler Verbündeter der Vereinigten Staaten angesehen. Einer der prominentesten Bürger des Landes war der ehemalige Kaiser Haile Selassie. Er regierte das Land von 1930 bis zu seiner Vertreibung im Jahr 1974 und hat die politische Geschichte des Landes mehr als jeder andere Herrscher des 20.Jahrhunderts geprägt. Selassie erklärte in einer Proklamation die Sklaverei für gesetzeswidrig und spielte auch bei der Gründung der "Organisation für Afrikanische Einheit " im Jahr 1963 eine wichtige Rolle.

Die Wirtschaft Äthiopiens basiert hauptsächlich auf der Landwirtschaft, die wiederum auf ausreichende Niederschläge angewiesen ist. Das Land leidet an einer negativen Handelsbilanz; das Volumen der Importe ist circa dreimal so hoch wie die Gesamtmenge an Exporten. Kaffeebohnen sind nach wie vor der wichtigste Exportartikel Äthiopiens. Das Land leidet unter einem sogenannten "Brain Drain" - viele ausgebildete Fachkräfte, die an äthiopischen Universitäten studiert haben, verlassen das Land auf der Suche nach einem besseren Leben im Westen. Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Landes in den letzten Jahren zählt Äthiopien mit seinen 83 Millionen Einwohnern nach wie vor zu den ärmsten Ländern Afrikas.

In der Schule (Foto: S. Erken)

Demographisch gesehen ist Äthiopien ein sehr junges Land - circa 45 Prozent der Bevölkerung ist jünger als 14 Jahre. Diese Tatsache kann zum Teil auf die niedrige Lebenserwartung zurückgeführt werden.

Die Säuglingssterblichkeitsrate liegt bei erschreckenden 109 pro 1000 Lebendgeburten; das ist eine der höchsten Raten in der ganzen Welt. Nur 6 von 10 Geburten erfolgen unter der Betreuung von ausgebildetem medizinischem Personal.